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13.2.2010 16:55

Rodler stirbt bei Training: Georgier
fliegt mit seiner Rodel aus dem Eiskanal

  • Kumaritaschwili erliegt im Krankenhaus Verletzungen
  • Wurde bei 100 km/h aus der Bahn katapultiert
    Athlet prallte gegen ungesicherten Eisenpfeiler

Die Olympischen Winterspiele im Vancouver sind wenige Stunden vor der Eröffnung vom Todesfall eines Athleten überschattet worden. Der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili erlag den Verletzungen, die er sich bei einem Sturz im Abschlusstraining im olympischen Eiskanal in Whistler zugezogen hatte.

Der 21-Jährige wurde nach einem Fahrfehler in der letzten Kurve mit mehr als 100 km/h aus der Bahn katapultiert und gegen den ungesicherten Eisenpfeiler der Bahnüberdachung, der sich unmittelbar neben der Strecke befindet, geprallt. Kumaritaschwili war zunächst an Ort und Stelle ärztlich versorgt worden, man versuchte ihn zu reanimieren. Doch vergeblich, der Athlet starb nach der Einlieferung ins Spital.

Im Schlittensportzentrum oberhalb von Whistler herrschte tiefe Trauer. Laut Markus Prock, Sportdirektor des ÖRV, werden die drei Österreicher am Wochenende aber jedenfalls antreten. "Sie waren natürlich nach der Todesnachricht schockiert, haben mit den Tränen gekämpft. Sie beschäftigen sich 24 Stunden am Tag damit, wie man noch ein Hundertstel rausholt. So eine Tragödie zeigt dann, was wirklich wichtig ist." Das georgische Team wird sich von den Spielen nicht zurückziehen.

Bahn wird verkürzt
Die Organisatoren des olympischen Rodel-Bewerbs der Herren haben auf den tödlichen Trainingssturz Kumaritaschwilis mit einer Verkürzung der Bahn im Whistler Sliding Centre reagiert. Die Jury des Weltverbands entschied wenige Stunden vor dem Bewerb (Sonntag, 2.00 Uhr MEZ), die Athleten vom Damenstart aus ins Rennen zu schicken. Vor dem Bewerb werden zwei Trainingsläufe vom Damen-Start absolviert. Zudem soll noch darüber entschieden werden, ob die Damen und Doppelsitzer ihre Rennen vom Junioren-Start aus in Angriff nehmen.

Pfister bricht Speed-Rekord
Die schnellste Bahn der Welt ist als enorm schwierig bekannt. Diskussionen um die Sicherheit hatte es bereits im Vorfeld der Spiele gegeben. Der Österreicher Manuel Pfister hatte im Training mit 154,00 km/h einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord fixiert und damit die Diskussionen neu angefacht.

Dass es in der letzten Kurve zu Schwierigkeiten kommen könnte, war bekannt. Auch die Tirolerin Nina Reithmayer war dort auf einer Trainingswoche von einem Zwischenfall betroffen, hatte aber Glück. Friedl erklärte gegenüber der APA, dass an dieser Stelle an der Bahnbegrenzung vor den Winterspielen noch Änderungen vorgenommen worden seien. "Man hat Planken angebracht, aber die waren wohl zu flach", erklärte der Deutsche. Die Stahlträger, die sich knapp einen halben Meter neben der Bahn befinden, waren völlig ungesichert.

(apa/red)

13.2.2010 16:55
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