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12.2.2010 22:30

Tragischer Todesfall in Vancouver:
21-jähriger Rodler nach Sturz gestorben

  • Beim Training mit 144 km/h aus Bahn katapultiert
  • Kumaritaschwili erlag seinen schweren Verletzungen

Die XXI. Olympischen Winterspiele sind wenige Stunden vor ihrer Eröffnung durch den Todesfall eines Athleten überschattet worden. Der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili erlag den Verletzungen, die er sich bei einem Sturz im Abschlusstraining im olympischen Eiskanal in Whistler zugezogen hatte. Der 21-Jährige wurde nach einem Fahrfehler in der letzten Kurve bei 144,3 km/h aus der Bahn katapultiert und prallte gegen den ungesicherten Eisenpfeiler der Bahnüberdachung, der sich unmittelbar neben der Strecke befindet. Das Training wurde sofort nach dem Unfall abgebrochen.

"Das Unfassbare ist passiert. Jetzt müssen wir alle diese Nachricht erst einmal verarbeiten", sagte ÖRV-Cheftrainer Rene Friedl mit Tränen in den Augen nach der Mannschaftsführersitzung, an deren Ende die Nachricht vom Tod des Georgiers bekanntwurde. Das georgische Team überlegte laut seiner Führung wegen dieser Tragödie einen Rückzug von den Spielen.

Kumaritaschwili war zunächst an Ort und Stelle ärztlich versorgt worden, man versuchte ihn zu reanimieren. Doch vergeblich, der Athlet starb nach der Einlieferung ins Spital.

Erster Todesfall bei Olympia-Bewerb seit 1992
Es war der erste Todesfall in einem Olympia-Bewerb bei Winterspielen. 1992 in Albertville war bei der Demonstrationssportart Speedski der Schweizer Nicholas Bochatay ums Leben gekommen. Er war bei der Fahrt zum Finale mit einer Pistenraupe kollidiert. 1964 in Innsbruck war der britische Rodler Kazimierz Skrzypezki zwei Wochen vor Beginn der Spiele im Training tödlich verunglückt.

Diskussionen um die Sicherheit hatte es bereits nach dem Weltcup im Vorjahr und den Trainingswochen im Vorfeld der Spiele gegeben. Der Österreicher Manuel Pfister hatte im Training mit 154,00 km/h einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord fixiert und damit die Diskussionen neu angefacht.

Trainer Friedl erklärte, dass an dieser Stelle an der Bahnbegrenzung vor den Winterspielen noch Änderungen vorgenommen worden seien. "Man hat Planken angebracht, aber die waren wohl zu flach", erklärte der Deutsche. Die Stahlträger, die sich knapp einen halben Meter neben der Bahn befinden, waren völlig ungesichert.


(apa/red)

12.2.2010 22:30
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