Das wenig bekannte Olympia-Pärchen: Reithmayer und Guggenberger im Eiskanal
- Spitzenrodlerin und Skeleton-Ass unterstützen sich
- Geschlafen wird dennoch in getrennten Zimmern

Vor vier Jahren hat er seiner damals noch neuen Freundin aus der Ferne Mut zugesprochen. Bei den XXI. Olympischen Winterspielen drücken sie sich im Whistler Sliding Centre gegenseitig vor Ort die Daumen: Österreichs Spitzenrodlerin Nina Reithmayer und Skeleton-Ass Matthias Guggenberger sind das weniger bekannte Pärchen im ÖOC-Kader für die Spiele in Vancouver und Whistler.
Während Guggenberger als einziger Skeleton-Pilot für Rot-Weiß-Rot erstmals im Zeichen der Fünf Ringe den Eiskanal hinunterrasen wird, ist seine knapp drei Monate ältere Freundin zum zweiten Mal im ÖOC-Einsatz. Kennengelernt hat sich das Duo mit der gleichen Leidenschaft für schnelle Eiskanäle schon als beide acht Jahre alt waren, kurz vor den Spielen in Turin hat es dann auch gefunkt. "Ja, da war alles noch am Anfang", erinnert sich Reithmayer, die heuer bei der EM in Sigulda Bronze geholt hat. "Diesmal habe ich mein eigenes Maskottchen mit - den Matthias", ergänzt sie lachend.
Nina drückt ihrem Matthias die Daumen
Natürlich wird die 25-jährige Innsbruckerin auch den Skeletonbewerb mit Argusaugen verfolgen und ihrem Freund die Daumen drücken. "Ich bin halt früher fertig als er. Ich schaue mir natürlich seine Rennen auf alle Fälle an und muss ihn schon anfeuern."
Der Informationsaustausch zwischen Rodlern, Bob- und Skeleton-Athleten im Team ist vorhanden, dennoch sind alle drei Sparten nicht vergleichbar. Reithmayer hat sich vergangenes Jahr erstmals auf einen Skeleton gelegt und sich in den Eiskanal gewagt. "Das war eher katastrophal. Da war ich blinder Passagier, muss ich sagen. Das ist ein komplett anderes Körpergefühl wie auf der Rodel." Auch die Steuerung ist völlig anders. Umgekehrt kennt Guggenberger das Rodelgefühl sehr gut. "Ich habe auch so ein besonderes Verhältnis zum Rodeln. Ich bin von 8 bis 13 oder 14 selbst gerodelt", erzählt der 25-Jährige, der auch über die Gefahren beider Sportarten Bescheid weiß.
Sie mit den Füßen und er mit dem Kopf voraus
"Die Rodel ist gefährlich, sie hat einen hohen Schwerpunkt, den wir nicht haben. Bei uns ist einfach das Problem, dass der Kopf voraus ist und dass durch den Druck der Kopf relativ schnell aufs Eis fällt - und das ist nicht angenehm", vergleicht der Tiroler die Sportarten, die er als "absolut konträr" bezeichnet.
Gar nicht konträr, sondern vom Mut her ganz gleich, sind die beiden Menschen Reithmayer und Guggenberger. "Wir sind beide vom gleichen Schlag, nur er mit dem Kopf, ich mit den Füßen voraus", sagte die Olympia-Achte von Turin. Im Olympischen Dorf werden sich die beiden zwar über den Weg laufen, doch Zimmer teilen werden sie natürlich keines. "Wir werden den gleichen Rhythmus einbehalten wie beim Weltcup. Das ist ein großes Rennen, da wird privat und Sport getrennt", versicherte die Tirolerin.
Im österreichischen Olympia-Aufgebot gibt es ja ein weit bekannteres Pärchen, das teilweise sogar von Werbeplakaten lächelt: Marlies Schild und Benjamin Raich - für die alpinen Topstars sind es die zweiten "gemeinsamen" Spiele.
(apa/red)










