Olympische Winterspiele in Vancouver farbenfroh eröffnet: Trio entzündete Feuer
- Feier gestorbenem georgischen Rodler gewidmet
- General-Gouverneurin Jean sprach Eröffnungsworte

Die kanadische Sportlegenden Nancy Green, Steve Nash und Wayne Gretzky haben in Vancouver das Olympische Feuer entzündet. General-Gouverneurin Michaelle Jean, die Vertreterin der britischen Krone in Kanada, hatte auf der Eröffnungsfeier mit der traditionellen Formel "Ich erkläre die XXI. Olympischen Winterspiele in Vancouver für eröffnet" den offiziellen Startschuss gegeben.
Bis 28. Februar kämpfen mehr als 2.700 Sportler aus 82 Nationen in 86 Entscheidungen in der Hafenstadt Vancouver, den Bergen von Whistler sowie auf dem Cypress Mountain um Gold, Silber und Bronze. "Wir wünschen euch allen die Zeit eures Lebens", hatte John Furlong, der Chef des Organisationskomitees den Sportlern für die 21. Spiele mit auf den Weg gegeben. Am Ende der Zeremonie gab es eine kleine Panne, weil eine von vier Eis-Stützen, die die Flammenschale halten sollen, nicht ausgefahren werden konnten, daraufhin waren die vier Athleten zur Improvisation gezwungen - Eisschnellläuferin Catriona LeMay-Doan musste letztlich zusehen.
Gedenken an verunglückten Rodler
Vor Beginn der offiziellen Reden hatte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, in seinem und im Namen von Furlong sein Bedauern über den Tod des Rodlers Nodar Kumaritaschwili ausgesprochen sowie den Freunden, der Familie und den Teamkollegen seine Anteilnahme übermittelt. Die Eröffnungsfeier war dem jungen Georgier gewidmet, ein Song ("Hallelujah") wurde für ihn performt und eine Schweigeminute abgehalten.
Nur wenige Stunden vor der Eröffnung hatte der tragische Unfall im Eiskanal in Whistler zu Bestürzung in der olympischen Familie geführt und selbst Rogge die Tränen in die Augen getrieben.
Linger als Fahnenträger
Olympiasieger Andreas Linger marschierte beim Einzug der Nationen als Fahnenträger an der Spitze der österreichischen Abordnung, neben ihm schritt sein Bruder Wolfgang, dem er dann auch die Flagge überreichte. Es war ein Wunsch von Andreas Linger gewesen, dass diese Ehre auch seinem Partner, mit dem er in Turin zur Goldmedaille gefahren war, zuteilwird.
"Es war eine beeindruckende Eröffnungsfeier, ein freudiger und ein trauriger, sehr schlimmer Tag für uns. Leider liegt das alles so knapp beisammen, aber es muss trotzdem weitergehen", sagte Andreas Linger nach der Eröffnung. Die Fahne zu tragen, sei ein tolles Erlebnis und eine ehrenvolle Aufgabe gewesen.
Mit der Teilnahme an der Opening Ceremony wollte man die Athleten auch ein wenig von den Erinnerungen an das schreckliche Ereignis ablenken und auf andere Gedanken bringen, wie Chef de Mission Hans Holdhaus mitteilte. Insgesamt rund 30 der 81 ÖOC-Sportler ließen es sich nicht entgehen, im Kreis der Sportler aus aller Welt den olympischen Geist zu spüren und Begeisterung und Mut für ihre Aufgaben mitzunehmen.
Als beim Einmarsch der Nationen Georgien aufgerufen wurde, erhoben sich die Zuschauer in der 55.000 Leute fassenden Arena. Für die kleine Abordnung aus der Kaukasus-Region war es ein schwerer Gang - mit traurigen Gesichtern, schwarzen Schals und Trauerflor. Schwarze Armbinden trugen auch zahlreiche Sportler aus anderen Nationen. "Ich kannte ihn nicht persönlich, aber wir sind alle Brüder und Schwestern im Kufensport, wir haben heute ein Familienmitglied verloren", hatte US-Bobfahrer Steven Holcomb gesagt und sprach damit den vielen betroffenen Sportlern aus dem Herzen.
Farbenfroher Showteil
Mit dem Aufziehen der kanadischen Flagge und der Nationalhymne hatte die rund dreistündige, farbenfrohe Feier begonnen, danach hießen die "Aboriginal Peoples" die Gäste aus aller Welt willkommen und begleiteten den Einmarsch der Athleten mit ihren Tänzen und musikalischen Klängen. Bryan Adams, Nelly Furtado und Sarah McLachlan waren die hochkarätigen Acts aus dem Pop- und Rock-Business.
Im kulturellen Showteil verzauberten Bilder wie ein riesiger schwebender Bär aus tausenden Lichtpunkten, schwimmende in ein "Meer" in der Kuppel projizierte Wale, fallende bunte Ahornblätter sowie durch ein Kornfeld galoppierende Pferde die Zuseher in aller Welt. Wälder, Eis und Schnee, Naturgewalten und -schönheiten - die Kanadier haben am Freitagabend gezeigt, wie stolz sie auf ihr weites Land sind. Und nach den Spielen sicher auch auf ihre Sportler.
(apa/red)










