IOC-Chefmediziner Ljungqvist: "Die Olympischen Spiele werden sauberer"
- Bereits mehr als 400 Dopingproben genommen
- IOC erwartet von Russland Taten im Dopingkampf

·Russland behindert Dopingkontrolleure
Behörden haben Arbeit der WADA massiv gestört
·Doping-Kontrollore bei ÖSV-Athleten
Österreichs Biathleten mussten zur Urinprobe
Der Anti-Doping-Kampf auf olympischer Ebene wird laut Angaben derer, die in führen, immer effizienter. "Ich bin sicher, dass die Olympischen Spiele immer sauberer werden", sagte Arne Ljungqvist, Chef der Medizinischen Kommission des IOC, in Vancouver. "Wir kriegen die Betrüger - früher oder später", versprach der Schwede.
Überzeugt ist Ljungqvist, dass auch in Russland nach der Serie von elf Dopingfällen im Biathlon und Ski-Langlauf binnen zwölf Monaten die Botschaft angekommen ist, den Kampf gegen die Leistungsmanipulation glaubhaft aufnehmen zu müssen. "Die Russen sind gewarnt, dass sie ein Problem haben", sagte Ljungqvist. "Und ich bin überzeugt, dass sie etwas tun werden."
Von Russland werden Taten erwartet
IOC-Präsident Jacques Rogge selbst hatte in einem Gespräch mit Russlands Staatspräsident Dmitri Medwedew auf den Missstand hingewiesen und auf eine Kehrtwende beim Ausrichter der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi gedrängt. Ljungqvist hofft, dass die russische Regierung, die im Jänner 2008 gegründete Nationale Anti-Doping-Agentur (RUSADA) "substanziell unterstützt", damit sie unabhängig und effektiv arbeiten kann.
Die russischen Athleten stehen vor und während der Vancouver-Spiele unter besonderer Beobachtung. Seit dem 4. Februar läuft das olympische Doping-Kontrollprogramm auf Hochtouren. 800 der insgesamt 2.000 Tests werden vor der Eröffnungsfeier vorgenommen. In dem für die Olympia-Tage eingerichteten, hochmodernen Doping-Analyselabor in Richmond sind bereits rund 300 Urin- und Blutproben eingegangen.
Labor arbeitet rund um die Uhr
"Wir können alle verbotene Substanzen analysieren, für die es eine Methode gibt", erklärte die Labor-Leiterin Christiane Ayotte. "Eingeschlossen die neuesten potenziellen Dopingmittel und -methoden. Deshalb sind wir sicher, das Bestmögliche getan zu haben." 35 Wissenschaftler werden rund um die Uhr die eingehenden Proben untersuchen. Die Analyse auf das EPO-Derivat CERA gehört ebenso zum Standardprogramm wie das auf Bluttransfusionen.
Doping-Betrüger, deren leistungssteigernde Mittel zunächst nicht entdeckt werden können, müssen eine spätere Überführung fürchten. Alle 2.000 Proben werden für acht Jahre eingefroren - wie bereits nach den Sommerspielen 2008 in Peking. Damals wurde unter anderem der für Bahrain startende Mittelstreckenläufer Rashid Ramzi nachträglich des CERA-Dopings überführt und gesperrt. Sein Olympia-Gold über 1.500 Meter wurde ihm aberkannt.
(apa/red)










