Mittwoch, 10. Februar 2010

"Pyrotechnik raus aus Fußball-Stadien":
Bundesliga auf Konfrontation mit den Fans

  • Anhänger lehnen Gesetz ab und kündigen Proteste an
  • Kärnten als Sorgenkind, Österreicher-Topf als Erfolg

Kurz vor dem Start zur Frühjahrsmeisterschaft der Bundesliga hat Liga-Vorstand Georg Pangl noch einmal auf die Einhaltung des Pyrotechnik-Verbots in den Stadien gepocht. Laut dem Burgenländer gibt es diesbezüglich nicht nur ein verschärftes Gesetz, sondern auch einen einstimmigen Beschluss der Liga-Clubs, sich an die Vorgaben zu halten.

"Wir können stolz sein auf unsere Fans, sie machen den Stadionbesuch zu einem Erlebnis. Aber was wir nicht wollen, sind schwarze Schafe und Trittbrettfahrer, die den Fußball für ihr asoziales Verhalten missbrauchen. Und wir wollen auch keine, die sich nicht an das Pyrotechnik-Gesetz halten", betonte Pangl anlässlich der Frühjahrsstart-Pressekonferenz vor dem Auftakt-Match LASK - Rapid.

Fans lehnen Verbot ab
Das Verbot stößt bei den Anhängern auf starke Ablehnung, diverse Protestaktionen wurden bereits angekündigt. Wie die Polizei reagieren wird, sobald etwa bengalische Feuer in Fan-Sektoren gezündet werden, wussten weder Pangl noch Peter Jedelsky, Mitglied des für Stadionsicherheit zuständigen Liga-Senats 3.

Nach den Angaben von Jedelsky war der Stadion-Einsatz von Pyrotechnik schon vor dem seit 4. Jänner 2010 gültigen Gesetz untersagt. Allerdings kann auch das neue, verschärfte Verbot in Ausnahmefällen aufgehoben werden, sollte die Sicherheitsbehörde (Polizei oder Bezirkshauptmannschaft) einen dementsprechenden Antrag genehmigen. Eine Ausnahmeflut dürfte aber nicht zu erwarten sein. "Wir wollen nicht gegen das Gesetz arbeiten", sagte Pangl.

Kärnten als Sorgenkind
Diskussionsbedarf herrscht in der Liga nicht nur in punkto Pyrotechnik, immerhin war SK Austria Kärnten zuletzt nicht in der Lage, Spielergehälter auszuzahlen. Im Vorjahr erhielten die Klagenfurter erst aufgrund der Unterstützung des Landes die Lizenz - und das in zweiter Instanz und unter Auflagen. "Gegenüber der Bundesliga erfüllen sie ihre Auflagen", erklärte Pangl und wies darauf hin, dass man "das Club-Management nicht aus der Verantwortung nehmen kann". An ein Verschwinden des Kärntner Vereins noch während der Meisterschaft glaubt der Liga-Vorstand nicht. "Wir haben keine Angst, dass wir die Liga nicht mit zehn Clubs fertigspielen können."

Die Klagenfurter befinden sich derzeit auf der Suche nach neuen Investoren. Ein neuer Geldgeber könnte eine Spielervermittlungsagentur sein, was Probleme mit der Unvereinbarkeit mit sich bringen würde. "Dazu haben wir keine Fakten. Wenn das so kommen sollte, müsste man es sich im Detail anschauen", meinte Lizenzmanager Reinhard Herovits.

Winterwetter und Österreicher-Topf
Obwohl am Wochenende tiefwinterliche Verhältnisse herrschen dürften, soll das Programm der 20. Runde laut Pangl durchgezogen werden. "Die größte Challenge wird Ried sein (Anm.: Heimspiel gegen Salzburg), aber dort wird alles unternommen, dass gespielt werden kann."

Angesichts der Europa-League-Erfolge sprach Pangl rückblickend von einem "Herbst der Superlative. Man hat gesehen, welche Erfolge auf internationaler Ebene möglich sind. Diese Erfolge sollten den Clubs Selbstvertrauen geben, auch künftig mit jungen österreichischen Spielern zu reüssieren".

In diesem Zusammenhang hob Pangl noch einmal die Bedeutung des Österreicher-Topfes hervor. "Finnland hat genau dieses Modell übernommen, und ich meine, es wird nicht das einzige Land bleiben."

(apa/red)

10.2.2010 18:58