Untergangsstimmung bei Austria Kärnten:
Spieler und Mitarbeiter warten auf Gehälter

  • Präsident Canori will sich an die Betroffenen wenden
  • Kein Geld vom Land - Suche nach Sponsoren stockt

Die finanzielle Misere beim krisengebeutelten Bundesligisten Austria Kärnten zieht immer weitere Kreise. Weder die Spieler noch die Mitarbeiter des Vereins haben in diesem Monat ihre Gehälter ordnungsgemäß ausgezahlt bekommen. Laut "Kronenzeitung" will Präsident Canori vor die Spieler des Tabellenschlusslichts treten und erklären, wie es weitergehen soll.

Bereits in den vergangenen Wochen ist in Kärnten heftig über die Finanzlage des Clubs debattiert worden. Canori hatte beinahe gebetsmühlenartig rund eine Mio. Euro Förderung für "Infrastrukturkosten" von der Stadt Klagenfurt und dem Land Kärnten gefordert. Zumindest ebenso hartnäckig hatte der für Sportagenden zuständige Landeshauptmann Dörfler ausgerichtet, kein weiteres öffentliches Geld mehr in den Verein stecken zu wollen.

Canori hatte dann zwar noch eine deutsche Sponsorengruppe ins Spiel gebracht, die nach seinen Angaben Interesse an einem Einstieg bei dem Club bekundet hätte. Angekündigte Verhandlungsrunden zwischen Dörfler und den Sponsoren platzten bisher allerdings, ein weiterer Termin soll stattfinden.

Ticketverkauf zurückgegangen
Mario Canori begründete das aktuelle Loch in der Kassa des Vereins mit einem Rückgang im Ticketverkauf um 800.000 Euro. "Wir haben einen Liquiditätsengpass", sagte er gegenüber der APA. Von dieser Situation seien die Spieler informiert gewesen.

"Ich habe das nicht bewusst gemacht, es ging einfach nicht anders", meinte Canori und verwies auf seine zahlreichen öffentlichen Äußerungen über die prekäre Finanzlage in den vergangenen Wochen.

Ein Sponsor muss kommen
Der Präsident will den Betroffenen nun eine Stundungsvereinbarung vorlegen. "Bis spätestens Juni sollten dann alle ihr Geld haben", erklärte Canori. Voraussetzung ist allerdings, dass die Verhandlungen zwischen dem deutschen Investor und dem Land Kärnten positiv verlaufen. Die Investorengruppe hatte eine Sofort-Finanzspritze von 800.000 Euro in Aussicht gestellt.

Laut "Kärntner Tageszeitung" sind dem Verein bisher auch weder Spitzensportförderung noch Akademiebeitrag und Infrastrukturförderung für die Jahre 2009 und 2010 überwiesen worden. Nur wegen der Zusage dieser Beiträge gab es den Kredit, der den Club bisher über Wasser gehalten hat.

Dass neben den Spielern auch alle anderen Mitarbeiter von dem Zahlungsstopp betroffen sind, tut Canori leid. "Bisher hat jeder Mitarbeiter pünktlich sein Geld bekommen", so der Fußballfunktionär. Nun stünde es jedem frei, den Verein zu verlassen.

(apa/red)

9.2.2010 15:05
Seite bookmarken bei: ? Hilfe
Die Teams WM-Stand Alle Rennen F1 Tippspiel

Europacup Center Tabellen Spielberichte Meinung posten Champions League

Das Wetter morgen: