Bereits 230.000 Tote nach Beben in Haiti:
Zahl der Opfer soll noch weiter steigen
- UNICEF warnt erneut vor Kindesentführungen
- Haitis Präsident: Dringend Unterkünfte benötigt

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Die Zahl der bei dem verheerenden Erdbeben in Haiti Getöteten steigt weiter an. Die Regierung spricht mittlerweile von 230.000 bestätigten Toten. Die Zahl dürfte aber noch weiter nach oben klettern. Denn in der Zählung sind private Begräbnisse noch nicht enthalten. Unterdessen warnt das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF erneut vor Kindesentführungen aus dem zerstörten Land.
Die Organisation will besonders Kindern helfen, die ihre Eltern verloren haben oder vermissen. So sollen Kinder Armbänder erhalten, um sie später mit ihren Eltern zusammenzuführen. Die UNICEF befürchtet, dass Minderjährige heimlich außer Landes gebracht und sie zu Kinderarbeit oder Prostitution gezwungen werden könnten. Auch illegale Adoptionen sollen verhindert werden.
300 Mio. Dollar zur Unterstützung
Die Union Südamerikanischer Nationen will Haiti bei der Bewältigung der Erdbebenkatastrophe mit 300 Millionen Dollar unterstützen. Das beschlossen die Präsidenten und Regierungschefs auf dem Unasur-Gipfeltreffen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Sie wollen bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank einen Kredit in Höhe von 200 Millionen Dollar beantragen. Außerdem wollen die Länder Kredite in Höhe von 100 Millionen selbst aufbringen.
Haitis Präsident Preval hatte den Präsidenten und Regierungschefs zu Beginn des Treffens die Lage in seinem Land geschildert und um klare Zusagen für Finanzhilfen gebeten. Das haitianische Volks sei keineswegs resigniert, sagte er. "Es ist tüchtig und solidarisch im Schmerz." Sein Land benötige dringend Zelte und Unterkünfte für mehrere Familien, auch müssten Straßen und der Flughafen von Port-au-Prince wieder hergestellt werden.
(apa/red)
