Schneechaos sucht Osten der USA heim: Zahlreiche Metropolen versinken im Schnee
- Seit 9/11 wurden nicht mehr so viele Flüge gestrichen
- Kälteeinbruch auch in Italien, Spanien und China

·BILDER: Es stürmt
und schneit in den USA
Meterhohe Schneeberge im Osten des Landes
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Das Schneechaos an der amerikanischen Ostküste trifft rund eine Million Fluggäste. Wie ein Behördensprecher dem TV-Sender "ABC News" sagte, mussten seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 nicht mehr so viele Flüge gestrichen werden. Obwohl für die meisten Fluggesellschaften der Betrieb in der Region normal laufen sollte, müssen Passagiere dort weiterhin mit Verzögerungen rechnen. Besonders betroffenen sind die Airports von Washington, Baltimore, Philadelphia und New York.
Zwei aufeinanderfolgende Schneestürme hatten die Ostküste inklusive der US-Hauptstadt seit dem Wochenende lahmgelegt. Der jüngste Schneefall legte die Region am Dienstag und Mittwoch unter eine Decke von Eis und bis zu einem halben Meter Schnee. In Washington wurde ein 111 Jahre alter Schneerekord gebrochen. Schon jetzt ist dieser Winter dort der schneereichste seit Beginn der Aufzeichnungen.
Schneerekord in Washington
Der Schneerekord in Washington und anderen US-Städten hat die kommunalen Verwaltungen ins Kreuzfeuer der Kritik gebracht. Die Räumungskolonnen arbeiteten zu langsam und ohne erkennbaren Plan, schimpfen Bürger und lauten die Kommentare in den Lokalzeitungen. "Wir können immer noch nicht raus", sagt beispielsweise die Washingtonerin Carolyn Ward. "Falls sie einen (Notfall-) Plan hatten, war es kein guter."
Bis zu 1,39 Meter Schnee sind in Washington, Pittsburgh, Baltimore und Teilen Marylands gefallen. Dem Washingtoner Bürgermeister Adrian Fenty wird vorgeworfen, dass Räumfahrzeuge in bestimmtem Straßen gleich mehrmals und in anderen überhaupt nicht im Einsatz gewesen seien. Zudem fielen bis zu ein Viertel der städtischen Schneepflüge wegen technischer Probleme aus, räumte die Stadtverwaltung ein. "Bürgermeister Fenty fällt im Schnee-Test durch", überschrieb der "Washington Examiner" seinen Leitartikel.
Kein Geld in Kassen
In einer anderen Zeitung, "The Hill", kündigte Fenty an, er werde private Räumdienste engagieren und für eine bessere Wartung des Fuhrparks sorgen. Allerdings ist in den kommunalen Kassen nach dem zweiten Schneesturm binnen weniger Tage kaum noch Geld für den Räumdienst. Die Washingtoner Repräsentantin im Kongress, Eleanor Holmes Norton, fragte schon mal die Bundesregierung um Unterstützung.
Schnee sei für amerikanische Bürgermeister ein heikles Thema, sagte der frühere Washingtoner Bürgermeister Marion Barry. "Politisch ist Schnee in Washington und den meisten Städten ein riskantes Pokerspiel."
Heftige Schneefälle in Rom
Die Kältewelle, die derzeit ganz Italien erfasst hat, hat sogar Rom eine unerwartete Überraschung beschert. Ein seltener Anblick bot sich Einwohnern und Touristen in der Ewigen Stadt: Es schneite. Dichte Schneeflocken fielen über dem gesamten Stadtzentrum. Begeisterte Touristen fotografierten eifrig den Schnee, der über dem Kolosseum, dem Petersdom und dem Trevi-Brunnen fiel.
Der von den Wetterexperten angekündigte Schneefall sorgte für chaotische Zustände. Der Verkehr wurde vor allem in der Innenstadt teilweise lahmgelegt. Viele Autos blieben stecken. Der bisher letzte ergiebige Schneefall in Rom war im Jahr 1991 registriert worden, als sechs Zentimeter fielen. Heftige Schneefälle wurden vor allem im norditalienischen Raum gemeldet. Einige Autobahnstrecken am Apennin mussten gesperrt werden. In Triest erreichte der Wind eine Geschwindigkeit von bis zu 130 Stundenkilometer.
Kälteinbruch in Spanien
Ein neuer Kälteeinbruch in Spanien lässt die Bewohner in weiten Teilen des Landes zittern. Im Norden und im Zentrum der Iberischen Halbinsel herrschte in der Nacht auf Freitag Nachtfrost. Im Bergland in der Gegend von Madrid wurden gar minus 13 Grad gemessen. In Nordspanien wurden 14 Bergpässe nach Schneefällen gesperrt, 30 weitere waren nur mit Schneeketten passierbar. Die Behörden gaben für weite Teile des Landes Kältewarnungen aus. Für das Wochenende sagten die Meteorologen auch für Ferieninseln Mallorca und Menorca Nachtfrost voraus.
China zittert vor Neujahrsfest
Kurz vor den Feiern zum chinesischen Neujahr droht der Winter den Reisenden einen Strich durch die Rechnung zu machen. Das chinesische Wetteramt warnte vor einer Kältefront, die im Norden des Landes ab Samstag erneut zur Schließung von Flughäfen und Sperrung von Straßen führen könnte.
Neujahr ist das wichtigste Fest für die Chinesen, die weite Reisen durch das riesige Land auf sich nehmen, um mit ihrer Familie zu feiern. "Alle sollten sich auf Regen, Schnee und sinkende Temperaturen vorbereiten, wenn sie heimkehren oder Verwandte und Freunde besuchen", warnte das Wetteramt. Die Behörden fürchten eine Wiederholung des Kältechaos von 2008, als zehntausende Chinesen auf dem Weg zu ihren Familien auf Flughäfen und Bahnhöfen strandeten. Die Regierung rechnet nach eigenen Angaben mit 210 Millionen Bahnreisenden und 30 Millionen Fluggästen.
(apa/red)
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