Bei NATO-Offensive sterben 12 Zivilisten:
27 Aufständische und zwei Soldaten getötet
- Zwei Raketen der ISAF-Schutztruppe verfehlten Ziel
- Taliban-Sprecher: Haben Stellungen nicht verlassen
·NATO-Großoffensive gegen Taliban beginnt
15.000 Soldaten wollen Hochburg einnehmen
·Bisherige Offensiven gegen die Taliban
Internationale Truppen warten noch auf Erfolg
·Die Taliban-Hochburg
Provinz Helmand
Gilt als Rückzuggebiet für
radikale "Gotteskrieger"

Die internationalen und die afghanischen Truppen sind bei ihrer Großoffensive gegen die radikal-islamischen Taliban in Südafghanistan nach eigenen Angaben zunächst auf geringen Widerstand gestoßen. Beim Vormarsch in der Unruheprovinz Helmand starben zwei NATO-Soldaten und 27 Aufständische, wie Militärvertreter mitteilten. Aber auch zwölf Zivilisten waren unter den Opfern.
Es handelt sich um die größte Offensive seit dem Sturz des Taliban-Regimes vor neun Jahren. Anders als früher war die begonnene Operation "Mushtarak" ("Gemeinsam") tagelang angekündigt worden, um Zivilisten zu warnen - damit konnten aber auch Talibankämpfer in der Region untertauchen. Das Präsidentenamt in Kabul teilte aber mit, dass zehn Zivilisten in der Taliban-Hochburg Marjah durch eine Rakete getötet wurden. Unklar blieb zunächst, ob Soldaten oder Aufständische die Rakete abfeuerten.
Um den unruhigen Süden Afghanistans wieder unter die Kontrolle der Regierung in Kabul zu bringen, rückten im Zuge der Militäraktion 15.000 afghanische und internationale Soldaten in der Region Marjah, eines der größten Opium-Anbaugebiete der Welt, vor. Der Einsatz gilt als große Bewährungsprobe für die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Obama.
Minimale Gegenwehr
Kampfhubschrauber setzten in der Nacht auf Samstag die ersten Verbände ab. Diese trafen nach US-Angaben auf "minimale Gegenwehr". Ein Taliban-Sprecher sagte hingegen, die Aufständischen hätten ihre Stellungen nicht aufgegeben. Die internationalen Truppen seien nicht in die Distrikt-Hauptstadt Marjah eingedrungen.
US-Kommandant Larry Nicholson sagte einem AFP-Fotografen am Ort des Geschehens, die Soldaten würden immer wieder von Heckenschützen ins Visier genommen. Auch dass die Einheiten nur langsam im Gefolge von Minenräumfahrzeugen vorrücken könnten, verzögere den Vormarsch.
(apa/red)
