Dienstag, 16. Februar 2010

Timoschenko spricht von gefälschter Wahl:
Sie will Präsidentschaftswahl anfechten

  • Ukraine: Sieger Janukowitsch kein legitimer Präsident
  • Wahlsieger werden Wahlfälschungen vorgeworfen

Die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko will die Präsidentschaftswahl vom vergangenen Sonntag anfechten. Sie werde gegen die "gefälschte" Wahl juristisch vorgehen, erklärte die unterlegene Kandidatin in Kiew. Wahlsieger Viktor Janukowitsch werde "niemals" der legitime Präsident der Ukraine sein, hieß es in der Erklärung weiter.

Sie werde ihre Anhänger allerdings nicht dazu aufrufen, wie vor fünf Jahren bei der Orangen Revolution auf die Straßen zu ziehen, sagte Timoschenko. Auch damals waren dem pro-russischen Janukowitsch massive Wahlfälschungen vorgeworfen worden. Die Ukrainer erzwangen daraufhin mit Massenprotesten eine neue Abstimmung, die Timoschenkos damaliger Verbündeter Viktor Juschtschenko gewann.

Die Ministerpräsidentin errang diesmal amtlichen Angaben zufolge rund 3,5 Prozentpunkte weniger als Janukowitsch. Demnach kam sie auf 45,47 Prozent, Janukowitsch siegte mit 48,95 Prozent der Stimmen. Das Timoschenko-Lager sprach von Wahlbetrug, Timoschenko warf ihrem Rivalen "Täuschung" der Wähler vor. Internationale Beobachter stuften die Wahl allerdings als frei und fair ein.

(apa/red)

16.2.2010 09:30