Freitag, 12. Februar 2010

Neuer Sex-Skandal erschüttert Italien:
Bestechung mittels Call-Girls und Geld?

  • Berlusconi-Vertrauter ist im Visier des Staatsanwalts
  • Bertolaso bei Erdbeben noch als Nationalheld gefeiert

Ein neuer Sex-Skandal sorgt für hitzige Debatten in Rom. Italiens angesehener Zivilschutzchef Guido Bertolaso, ein Vertrauensmann des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi, ist in den Sog einer ausgedehnten Korruptionsuntersuchung der Staatsanwaltschaft von Florenz geraten. Der 59-jährige Römer soll befreundeten Unternehmern öffentliche Aufträge für Geld und Call-Girls zugeschanzt haben, berichteten italienische Medien, die sich auf Justizquellen bezogen. Bertolaso hatte seine Demission eingereicht, Berlusconi lehnte sie jedoch ab und bezeichnete die Vorwürfe als "Lügen".

Bertolaso, der wegen seines unermüdlichen Einsatzes beim Erdbeben in L'Aquila im vergangenen April als eine Art Nationalheld galt, soll von dem am Mittwoch verhafteten Bauunternehmer Diego Anemone Geld für Aufträge für den Zivilschutz erhalten haben. Der Unternehmer soll Bertolaso Prostituierte vermittelt haben, die er in Venedig und in einem Sportzentrum der Gruppe Anemone in Rom traf, berichteten italienische Medien am Donnerstag.

Laut der Untersuchung soll Bertolaso befreundeten Unternehmern Aufträge für den Bau eines Luxushotels auf der Insel Maddalena vor Sardinien vermittelt haben, auf der ursprünglich der G-8-Gipfel im Juli geplant war, sowie für die Errichtung verschiedener Infrastrukturen, darunter einem Sportzentrum in Rom.

"Sind wie immer alles Lügen"
"Das sind wie immer alles Lügen. Ich habe mit Bertolaso gesprochen. Er hatte bloß Rückenschmerzen und ließ sich von einer Physiotherapeutin behandeln", sagte Berlusconi nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera". "Bertolaso ist eine Person, die viel für Italien und die Italiener getan hat. Es ist eine Schande, wie er behandelt wird", protestierte Berlusconi.

Sexskandale haben in den letzten Monaten wiederholt die italienische Politik beschäftigt. Berichte über Berlusconis wilde Partys mit Show-Girls und Escort-Ladies hatten wochenlang internationale Medien beschäftigt. Der zur Opposition gehörende Präsident der Region Latium, Piero Marrazzo, hatte im November im Zuge eines Skandals um Transsexuelle und Kokain zurücktreten müssen.

(apa/red)

12.2.2010 13:42
brabus, 12. 02. '10 12:57
Berlusconi & Co
Jedes Volk hat die Politiker, die es auch verdient weil gewählt. Nur die Völker die nicht wählen durften, konnten es sich nicht aussuchen ....
Vasant, 12. 02. '10 15:08
Re: Berlusconi & Co
Tja, und einmal gewählt wirst die dann auch nicht mehr los
... siehe Faymann;)