Donnerstag, 11. Februar 2010

Keine Bankdaten aus der EU nach Amerika:
Europaparlament stoppt umstrittenen Deal

  • Gegner verweigern Weitergabe vertraulicher Daten
  • Abkommen offiziell schon seit Anfang Februar in Kraft

Das Europaparlament hat das umstrittene Abkommen zum Bankdatenaustausch zwischen der EU und den USA zu Fall gebracht. Eine klare Mehrheit von 378 Abgeordneten stimmte für die Empfehlung des Innenausschusses, das sogenannte SWIFT-Übergangsabkommen abzulehnen. Zuvor lehnten die Abgeordneten mehrheitlich eine von den Christdemokraten geforderte neuerliche Verschiebung der Abstimmung ab.

Das SWIFT-Abkommen sollte US-Fahndern im Kampf gegen den Terrorismus auch künftig den Zugriff auf die Daten von Millionen europäischer Bankkonten erlauben. Die Daten verwaltet der belgische Finanzdienstleister SWIFT.

Das Parlament musste dieses neue Abkommen vor dem Hintergrund des Lissabon-Reformvertrages billigen. Vor einer Woche hatte der Innenausschuss dem Plenum empfohlen, die vorliegende Vereinbarung zu kippen.

Kritiker monieren, dass die Vereinbarung den europäischen Datenschutz verletzt und Bürger keine Möglichkeit haben, vor Gericht gegen den Missbrauch ihrer Daten zu klagen. Offiziell ist das Abkommen seit 1. Februar in Kraft, Swift weigerte sich aber vor der Entscheidung des EU-Parlaments, Daten weiterzugeben.

Gegner wollen neues Abkommen
Sozialdemokraten (SPE), Grüne und Liberale (ALDE) halten an ihrer Ablehnung des Abkommens fest. Die Gegner im Parlament wollen nun innerhalb weniger Wochen mit den USA ein langfristiges Abkommen aushandeln, das europäische Datenschutzstandards enthält.

Der amtierende spanische EU-Ratsvorsitz hat eindringlich um ein Ja des Europaparlaments geworben. Der Bankdatentransfer habe sich als wirksam beim Kampf gegen den Terrorismus erwiesen, sagte der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba in Straßburg.
(apa/red)

11.2.2010 12:52
brabus, 11. 02. '10 11:44
Druck aus USA
Interessant, dass immer nur die USA Druck auf die EU (und den Rest der Welt) ausübt, selten aber man von der EU Druck in Richtung USA macht im Hinblick auf die Bereinigung von allen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Katastrophen, die die USA (mit-) verursacht und damit zu all diesen 'Anti-Terror-Massnahmen' geführt haben. EU und Muskelspiel ? Selten so gelacht.
drahthuhn, 13. 02. '10 09:41
Re: Druck aus USA
Glatte Lüge.
Wenn nämlich 'Gefahr im Verzug' sein sollte, ist SWIFT sogar verpflichtet, die Daten preiszugeben.
Selten so gelacht.
Ich war immer schon der Meinung, daß die EU eine Totgeburt sein MUSSTE, da die Staatengemeinschaft von einer fremden Macht BESETZT ist. (Auch jetzt, in diesem Moment und für immer!) Vor der Gründung der EU hätten die USraelis aus der Region ENTFERNT gehört. Freundlich, aber bestimmt. So wie's anno 55 in Österreich der Fall war. Nach Entfernung, hätte man ein weiteres Vorgehen DEMOKRATISCH bestimmen können und müßte nicht die Heimat 'schon am Hindukusch verteidigen'. Irgend wann werden die, von unseren Politikern geduldeten US-Lügen ans Licht kommen. Dann werden die Amis einen Krieg anfangen MÜSSEN, um alle die zu 'befrieden', die schallend über sie lachen!