Attentat auf Silvio nur ein großer Bluff?
Verschwörungstheorien kursieren im Web
- Getrocknetes Blut und Sicherheitsmängel als Indizien
- Plus: Berlusconis Verletzungen nicht ganz so schlimm

War der blutige Angriff auf Silvio Berlusconi nur ein großer Bluff? Wenn es nach zahlreichen Verschwörungstheorien auf YouTube geht, dann schon. Darin wird vermutet, dass der Regierungschef das Attentat nur inszeniert hat. Als Indizien dafür werden einerseits sein rasch getrocknetes Blut als auch sein gefährlicher Auftritt nach der Attacke angeführt.
Wieso sollte der italienische Regierungschef nach der Attacke wieder aus dem Auto steigen? Es könnten doch Komplizen des Attentäters in der Nähe sein und wieder etwas auf ihn schmeißen. Wieso trocknete Berlusconis Blut so schnell in seinem Gesicht bzw. wieso blutete er nicht mehr weiter, obwohl er sich auf- und abbewegte? Weil ihm das Blut im Auto ins Gesicht geschmiert wurde. Auf der Basis solcher Schlussfolgerungen kursieren zahlreiche Verschwörungstheorien auf der Video-Plattform YouTube, die die Attacke als gleichen Schwindel bezeichnen wie etwa die 9/11-Attentate.
Unterdessen wurde bekannt, dass die Verletzungen, die der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi davon getragen hatte, weniger schlimm waren als von seinem persönlichen Arzt bescheinigt. Nachdem Kritiker die von Berlusconis Arzt verordneten 90 Reha-Tage hinterfragt hatten, wurde der Ministerpräsident auf Anordnung eines Richters einem Arztbesuch unterzogen. Die Experten der Staatsanwälte stellten fest, dass die Genesungszeit lediglich 25 Tage betrug, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica".
Mildere Strafe für Attentäter?
Damit könnte die Strafe gegen Berlusconis Angreifer Massimo T. milder als bisher erwartet ausfallen. Laut dem italienischen Gesetz werden bei einem Angriff mit Verletzungen, die über 40 Tagen Genesungszeit vorsehen, erschwerende Umstände berücksichtigt, die zu einem Urteil von bis zu sieben Jahren Haft führen könnten. Bei Verletzungen mit weniger als 40 Genesungstagen drohen Haftstrafen zwischen drei Monaten und drei Jahren Haft.
Berlusconi war im Dezember 2009 mit einer Souvenir-Nachbildung des Mailänder Doms angegriffen worden. Dabei erlitt er Platzwunden an der Lippe und einen Bruch der Nasenscheidewand. Außerdem wurden zwei Vorderzähne abgebrochen.
(apa/red)
