Ahmadinejad macht Ernst: Iran hat mit umstrittener Uran-Anreicherung begonnen
- Berichte von iranischer Atombehörde offiziell bestätigt
- Sanktionen? Internationale Gemeinschaft besorgt

Der Iran hat nach offiziellen Angaben mit der umstrittenen Uran-Anreicherung in der Atomanlage Natans begonnen. Dort sollten nun jeden Monat drei bis fünf Kilogramm zwanzigprozentig angereichertes Uran produziert werden. Das bestätigte der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, laut iranischer Nachrichtenagentur ISNA. Die internationale Gemeinschaft befürchtet trotz Beteuerungen seitens Teheran, dass dieses Uran nicht für wissenschaftliche Zwecke, sondern für Rüstungsprojekte eingesetzt werden soll.
"Wir haben die Vorbereitungen um 09.30 Uhr (07.00 Uhr MEZ) in Gegenwart der Vertreter (der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO) begonnen", sagte ein Sprecher der iranischen Atombehörde. Mit diesem Schritt dürften sich internationale Forderungen nach weiteren UN-Sanktionen gegen die Islamische Republik verstärken.
Die Regierung in Teheran hatte kurz zuvor in einem Schreiben an die Internationale Atomenergiebehörde in Wien (IAEO bzw. IAEA) angekündigt, den nuklearen Brennstoff für einen medizinischen Forschungsreaktor in Teheran selbst herstellen zu wollen. Dazu werde Uran in der zentraliranischen Anlage Natanz auf 20 Prozent angereichert. Zugleich kündigte die Führung des islamischen Landes an, binnen einen Jahres zehn weitere Anlagen zur Uran-Anreicherung zu errichten.
USA und Frankreich für neue Sanktionen
Die internationale Gemeinschaft reagierte besorgt. Sie fordert, die Uran-Anreicherung unter internationaler Kontrolle in Frankreich und Russland vorzunehmen. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die USA und Frankreich forderten neue Sanktionen, die Vetomacht im UNO-Sicherheitsrat China bremst und beharrt auf einer diplomatischen Lösung.
Die IAEO hatte Teheran vorgeschlagen, sein niedrig angereichertes Uran zur weiteren Anreicherung auf 20 Prozent in einer einzigen Lieferung ins Ausland - nach Russland oder Frankreich - zu schicken. Die iranische Führung forderte aber, den Austausch parallel und in Etappen zu vollziehen. Wie der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, mitteilte, wird der Iran seine Anreicherung auf 20 Prozent stoppen, sollte Teheran parallel kleinere Mengen Uran austauschen dürfen.
(apa/red)










