Ahmadinejad weicht nicht von Taktik ab:
Iran setzt seine Drohgebärden weiter fort
- Demnächst wird mit Urananreicherung begonnen
- Eigenproduktion von Raketen und Drohnen geplant
Der Iran setzt seine Taktik der letzten Tage und Wochen fort, im Streit mit der internationalen Staatengemeinschaft um sein Atomprogramm einerseits weitere Eskalationsschritte und militärische Drohgebärden zu setzen, anderseits aber auch immer wieder die Bereitschaft zur Kooperation zu signalisieren - allerdings nur zu den Bedingungen Teherans.
Der Iran informierte die internationale Atombehörde in Wien (IAEA bzw. IAEO) über die bereits angekündigte Aufnahme der umstrittenen Urananreicherung auf 20 Prozent. Die Anreicherung selbst soll in Anwesenheit von IAEA-Inspektoren in der zentraliranischen Anlage Natanz beginnen. Die offizielle Mitteilung wurde in Wien vom iranischen Gesandten bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, überbracht. Soltanieh sagte, das angereicherte Uran werde für einen Forschungsreaktor benötigt, der medizinische Isotope herstellt. Die internationale Gemeinschaft hegt dagegen den Verdacht, Teheran wolle hochangereichertes Uran auch zum Bau eigener Atomwaffen verwenden. Der Iran ignoriert bereits fünf UNO-Sicherheitsresolutionen, mit denen er zum Stopp der Urananreicherung aufgefordert worden ist.
Zehn neue Uran-Anreicherungsanlagen
Gleichzeitig kündigte der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, in Teheran an, der Iran werde innerhalb eines Jahres zehn neue Uran-Anreicherungsanlagen errichten. Salehi hatte zuvor betont, dass Teheran gezwungen sei, die Anreicherung selbst vorzunehmen, da es kein anderes Abkommen gegeben habe, aber gleichzeitig weiter Gesprächsbereitschaft signalisiert: "Wir sind weiter zu einem Abkommen über einen Austausch bereit, und wann immer eine Übereinkunft getroffen wird und sobald wir den Brennstoff aus dem Ausland erhalten, werden wir den Anreicherungsprozess (auf 20 Prozent) stoppen."
Serienproduktion von Drohnen
Unterdessen hat der Iran hat nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens mit der Serienproduktion von Drohnen begonnen. Die unbemannten Flugzeuge würden sowohl für Aufklärungsflüge als auch für Präzisionsangriffe geeignete sein, wurde Verteidigungsminister Ahmad Wahidi am Montag zitiert. Zwei Produktionslinien seien hochgefahren worden. Vor einem Jahr hatte Teheran bereits bekanntgegeben, man habe eine Drohne entwickelt, das mit einer Reichweite von 1.000 Kilometern auch Israel erreichen könnte.
Selbstenwickeltes Luftverteidigungssystem
Nicht genug damit, kündigte Teheran nahezu zeitgleich auch ein selbstentwickeltes Luftverteidigungssystem an. Das System habe mindestens das Potenzial der russischen S-300 Raketen, sagte ein iranischer Luftwaffenkommandant der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. Die Pläne würden in Kürze enthüllt.
Ungeachtet des Protests westlicher Länder hatte Russland dem Iran den Verkauf von S-300-Flugabwehrraketen zugesagt, bisher aber nicht geliefert. Die Regierung in Teheran mahnte Russland wiederholt, seine Zusagen einzuhalten. Die LKW-gestützten S-300-Raketen Russlands können Marschflugkörper und Flugzeuge bekämpfen. Sie haben eine Reichweite von 150 Kilometern und fliegen zwei Kilometer pro Sekunde schnell. Laut politischen Beobachtern könnten sie etwa Angriffe Israels oder der USA auf iranische Atomanlagen abwenden.
(apa/red)

