Markus Rogans Äthiopien-Trip: Bewusstseinserweiterung statt Starallüren
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Als Markus Rogan in Addis Abeba ankommt, hat er ein Täschchen bei sich, Inhalt vier T-Shirts, eine Badehose. Er wohnt in einem äthiopischen Hotel, dass keinerlei Komfort bietet, er reist mit überfüllten Kleinbussen, speist in einer örtlichen Metzgerei, tanzt afrikanische Tänze. Er bringt die Kinder in den Slums zum Lachen, unterrichtet zwei Schulklassen. Vier Tage Markus Rogan in Action, vier Tage keine Spur von Starallüren.
Im Gegenteil. Der Welt- und Europameister im Schwimmen gibt trotz 28 Stunden Anreise aus Los Angeles und 12 Stunden Zeitunterschied alles, die äthiopische Kultur kennen zu lernen, ist frei von Berührungsängsten schlachtet sogar mit seinem Patenkind ein Schaf, weil das bei einem großen Anlass eben Brauch ist.
Girum, 13 Jahre alt, lebt in ärmsten Verhältnissen, wird von Rogan mit einer Patenschaft von 27 Euro im Monat unterstützt, damit er die Schule besuchen kann. Doch der Wiener wird es damit nicht belassen. Er hat Girum bereits einen Englisch-Nachhilfelehrer organisiert, auch eine gemeinsame Reise ist geplant.
Wahrscheinlich wird der Afrika-Trip von Markus Rogan in Österreich Diskussionen auslösen. Vielleicht wird ihm seine Hilfsbereitschaft als reine Image-Korrektur ausgelegt, eventuell gehen Tierschützer auf die Barrikaden. Der Schwimmer hat dies alles einkalkuliert. Ihm ging es alleine darum, Girum und allen äthiopischen Freunden, die er gefunden hat, seinen Respekt zu erweisen. Und das war keine Show.
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Nina Strasser

