Gusenbauer zieht vor 50. Geburtstag Bilanz:
'Ich hatte vorgehabt, dass es länger dauert'
- NEWS: 'Manches gelingt besser, manches schlechter'
- 'André Hellers Schritt hat eine gewisse Symbolkraft'

Der frühere Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer, der am kommenden Montag seinen 50. Geburtstag feiert, zieht im NEWS-Interview Bilanz: "Manches gelingt besser, manches schlechter. Nicht jeder, der in der Politik tätig ist, kann den Anspruch stellen und auch verwirklichen, Parteivorsitzender und Bundeskanzler zu werden. Insofern ist es ok. Vorgehabt hatte ich natürlich, dass es länger dauert." Er habe seine Arbeit mit großem Einsatz und Leidenschaft gemacht: "Leider sind die politischen Verhältnisse zu eng geworden, sodass ein Gestalten, wie ich es mir vorgestellt habe, nicht mehr möglich war. Das muss man akzeptieren."
Er habe, anders als Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel oder Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer, nicht weiter im Parlament sitzen wollen, "wo immer irgendwo der Eindruck entsteht, man könnte etwas dazu sagen, was man aus Zurückhaltung nicht tut. Das ist eine halbe Angelegenheit, und halbe Angelegenheiten sind nicht meine Angelegenheit."
Den Bruch seines Freundes und langjährigen Wegbegleiters der SPÖ, André Heller, mit der SPÖ empfindet er als schmerzhaft: "Wenn jemand in der Öffentlichkeit solche Aussagen macht, sollte man sich überlegen, was ihn dazu bringt. Das Ziel der SPÖ sollte ja sein, Wegbegleiter und Bündnispartner zu gewinnen und nicht zu verlieren. Und dann würde ich mir überlegen, wie es dazu kommt, und welche Schlussfolgerungen zieht man daraus." Der Schritt habe "eine gewisse Symbolkraft".
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