Millionen-Thriller bei der Kärntner Hypo:
Sponsorgeld hat Austria Kärnten nie erreicht
- NEWS veröffentlicht Dokumente zum Fußballverein
- Keine Belege für fünf Millionen in Büchern des Klubs

Das Nachrichtenmagazin NEWS zitiert in seiner neuen Ausgabe interne Unterlagen von Austria Kärnten im Zusammenhang mit dem fünf Millionen schweren Sponsoring durch die Hypo für die Namensrechte des Klagenfurter Fußballstadions.
Aus den vorliegenden Buchhaltungsunterlagen darunter sind der konsolidierte Jahresabschluss 2008, der Jahresabschluss 2007, Unterlagen für das Bundesliga-Lizensierungsverfahren, Sitzungsprotokolle, Budgetpläne, Sponsoringverträge, Berichte der Wirtschaftsprüfer, Fortbestandsprognosen und ähnliches mehr geht hervor, dass die Summe von fünf Millionen Euro, die von der Hypo für die Namensrechte des Klagenfurter Fußballstadions gezahlt wurden, in diesem Umfang nicht an den Fußballverein geflossen sein können.
Kärnten-Präsident Mario Canori rechtfertigt sich gegenüber NEWS, dass von den fünf Hypo-Millionen drei Millionen Euro nach Pasching als Ablöse für Spielertransferrechte geflossen seien, drei mal 500.000 Euro seien für die vergebliche Rettung des FC Kärnten aufgewendet worden und eine halbe Million Euro sei in das laufende Budget eingegangen, was sich unter der Position Co-Sponsoren niederschlage.
Einzig: Im Anlagevermögen des Vereins scheint in der Position Transferrechte für Spieler lediglich ein Betrag von 2.250 Euro auf.
Bei den Erlösen findet sich auch kein Eingang über fünf Millionen Euro, bei den Aufwänden keine Position, die einen Geldfluss von drei Millionen Euro nach Pasching erklären würde.
Die hätte ich gerne"
In der Position Co-Sponsoren findet sich wohl eine Million Euro von der Hypo, allerdings stammen diese aus einem Sponsoringvertrag, der bereits am 20. Juni 2007 abgeschlossen wurde und sich nicht auf die Namensrechte des Stadions bezieht.
Zur zuletzt bekannt gewordenen Zahlung der Deutschen Kreditbank in Höhe von zwei Millionen Euro für Austria Kärnten sagt Canori, dass es dieses Geld nicht gibt. Canori: Die hätte ich gerne aber beim Verein ist dieses Geld nie angekommen.
Auch die Konstruktion der Vermarktung der Namensrechte des Stadions wird durch die neuen Unterlagen jetzt deutlich: Am 27. Juni 2007 hat die Stadt Klagenfurt mit der Firma Sportpark Klagenfurt GmbH einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Die Sportpark Klagenfurt GmbH, die zur Gänze der Stadt gehört, hat am 28. Juni 2007 mit dem Verein FC Superfund künftig: SK Austria Kärnten eine Benützungsvereinbarung abgeschlossen, die dem Verein das Recht einräumt, einen allfälligen Sponsornamen für das Stadion zu vermarkten.
Am 30. Juni 2007 hat sich mit der Hypo dieser Namensgeber gefunden. Die Hypo sicherte sich für zehn Jahre den Namen Hypo Group Arena für 500.000 Euro pro Jahr und zahlte die fünf Millionen Euro laut Canori in einem Betrag.
Lesen Sie mehr dazu im aktuellen NEWS 5/10!
