Unsoziales Kärnten: Markus R. Leeb
den Sparbedarf ohne Hypo

  • Rotstift im Sozialbereich, mehr Geld für Parteien
  • Kommentar: Was ist Ihre MEINUNG zu dem Thema?

Nicht schon wieder Kärnten. Das dachte ich mir Anfang dieser Woche, als sich erboste Landsleute in der Redaktion meldeten. Ob der skandalösen Verantwortungslosigkeit drängt es mich zur Feder.

Aber von vorne: Mit der Verstaatlichung der Hypo gehen die fetten Jahre in Kärnten zu Ende. Ein gutes Jahrzehnt wurde gefeiert und weit über die Verhältnisse gelebt. Was jetzt folgt, ist der Katzenjammer. Denn die langjährige Quelle, die gegen Landeshaftung immer zu Krediten bereite Hypo Alpe Adria, ist versiegt. Kärnten wird nun nicht bloß auf sein normales Maß herabgestuft, sondern muss auch die Zeche der letzten Dekade begleichen. Sparen ist demnach oberste Pflicht. Und was macht die Politik? Im vergangenen Jahr wurde die Parteiförderung einstimmig (!) von 8 auf 13 Millionen Euro erhöht. Der Rotstift wird hingegen im Sozial bereich angesetzt. Die Kärntner Kinder- und Jugendanwaltschaft muss beispielsweise auf jene Mitarbeiterin verzichten, die für Gewaltpräventionsprojekte eingesetzt war. Im ganzen Land werden Subventionen für soziale Vereine gekürzt, vor allem Beratungsstellen leiden. Manche wissen nicht, ob es sie nächstes Jahr noch geben wird. Grandios, dieses Kärntner Modell. Die Auswirkungen der neuen sozialen Kälte wird man sicher bald spüren.

Markus R. Leeb

leeb.markus@news.at

3.2.2010 11:37
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