Mittwoch, 3. Februar 2010

Immer mehr Arbeit, immer weniger Geld: Finanzieller Druck auf die Studenten steigt

  • 62 Prozent der Hochschüler ist bereits erwerbstätig
  • 42-Stunden-Woche & Budget von 980 Euro im Monat

Die Studenten an den österreichischen Hochschulen arbeiten immer mehr, gleichzeitig nimmt aber der finanzielle Druck immer stärker zu. Das zeigt die Rohfassung der Studierenden-Sozialerhebung 2009". Demnach ist der Anteil der erwerbstätigen Studenten zwischen 2006 und 2009 von 58 auf 62 Prozent gestiegen.

Der Anteil der Studenten, die während des ganzen Semesters arbeiten, wuchs von 40 auf 45 Prozent an. Insgesamt arbeiten die Studenten durchschnittlich 19,7 Stunden pro Woche, das sind um 0,6 Stunden mehr als 2006, wie aus der in der "Presse" veröffentlichten Studie hervorgeht. Ihre finanzielle Situation verschlechtert sich aber tendenziell: Im Jahr 2006 bewerteten noch 15 Prozent der Studenten ihr "Auskommen mit den finanziellen Mitteln" als schlecht bzw. sehr schlecht. 2009 waren es bereits 26 Prozent, wobei die Zahlen wegen einer Skalenänderung aber nicht direkt vergleichbar sind.

Auch die durchschnittlichen Einnahmen der Studenten sind gesunken: Betrug ihr Gesamtbudget 2006 noch monatlich durchschnittlich 1.040 Euro, lag es bei der Erhebung 2009 nur mehr bei 980 Euro. Männer (1.012 Euro) verfügen über ein rund 60 Euro höheres Monats-Budget als Frauen (953 Euro).

42-Stunden-Woche
Gegenüber 2006 wenden die Studenten weniger Zeit für das Studium auf: Waren es vor drei Jahren noch 33,5 Stunden, sind es jetzt nur mehr 30,3 Stunden. Der Zeitaufwand für die Erwerbstätigkeit ist demgegenüber von 11,1 auf 11,7 Stunden gestiegen. Insgesamt kommen die Studenten damit durchschnittlich auf eine 42-Stunden-Woche (2006: 44,5 Stunden).

Die Studierenden-Sozialerhebung ist eine vom Wissenschaftsministerium beauftragte, seit den 1970er Jahren ca. alle drei Jahre stattfindende Umfrage unter Studierenden in Österreich. Durchgeführt wird sie vom Institut für Höhere Studien (IHS).

(apa/red)

3.2.2010 20:46
m3dicus, 13. 02. '10 18:43
Ausbildung # Bildung
Die Universitäten werden immer mehr zu Fachhochschulen umstrukturiert. Die Zahl der Studenten erhöht sich weiter, die Zahl der Dozenten allerdings kaum.

Fakultäten werden getrennt (z.B. Medizin von anderen Natur- & Geisteswiss.) & ein geistiger Austausch dadurch erschwert. All das aufgrund vom Bolognaprozess, der effektiv die Bildung verschlechter.

Wie soll an den einstigen intellektuellen Bildungsstätten denn noch adäquat an Problemen gefeilt & diskutiert werden, wenn der universitäre Geist flöten geht und ein Skelett übrig bleibt, dass zwar AUSgebildete wirtschaftskonforme Fachzombies ausspuckt, diese aber nicht zur kritischen Reflexion erzieht?

Bildung ist Zukunft, liebes Europa!!!
http://www.zeit-fragen.ch/ausgaben/2010/nr4-vom-2512010/alarmierender-abbau-der-universitaeten/
founder, 04. 02. '10 06:43
Unhaltbares System
Was passiert denn mit den großartigen Produktivitätssteigerungen der Wirtschaft?

Wenn man jemand im Jahr 1980 die heutige Produktivität vorgerechnet hätte, der hätte sicher angenommen, wir würden im Paradies leben.

Doch es scheint das Gegenteil der Fall zu sein, wir werden ärmer, wir haben immer mehr Stress.

Studenten die arbeiten, Studien die nur aus Lernen und Prüfungen bestehen, damit man keine Zeit hat, den Unsinn der gelehrt wird in Frage zu stellen. Ewiges Wirtschaftswachstum erreicht mit biliger fossiler Energie und so.

Wir haben ein System, welches die nächste Ölkrise nicht überleben wird, für die Zeit danach habe ich den "Goldenen Westen V2.0" entworfen.
http://politik.pege.org/2009-gw2