Industriestaaten greifen Haiti unter die
Arme: G-7 erlassen Land seine Schulden
- Auslandsschulden auf 650 Millionen Euro geschätzt
- Bemühungen auch um internationale Institutionen
Nach dem schweren Erdbeben in Haiti erlassen die sieben führenden Industriestaaten (G-7) dem Karibikstaat alle bilateralen Schulden. Das teilte der kanadische Finanzminister Jim Flaherty im kanadischen Iqaluit mit, wo die G-7-Finanzminister tagten.
Die G-7-Vereinbarung betrifft jene Schulden, die Haiti bei den Mitgliedstaaten USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada jeweils direkt aufgenommen hat, nicht die Schulden von staatenübergreifenden Organisationen wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Der britische Premierminister Gordon Brown begrüßte den Schuldenerlass. "Ein Land, dass unter Schutt begraben ist, muss nicht noch unter Schulden begraben sein", erklärte er in London.
650 Mio. Euro Auslandsschulden
Insgesamt liegen die Auslandsschulden Haitis bei rund 890 Millionen Dollar (650 Millionen Euro). Rund 41 Prozent davon schuldet das Land der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB), 27 Prozent der Weltbank.
Das G-7-Treffen im eisigen Iqaluit war womöglich das letzte eigenständige dieser Art. In Zukunft könnten die Konferenzen mit ähnlichen der G-20 verknüpft werden.
(apa/red)


