Sonntag, 7. Februar 2010

Industriestaaten greifen Haiti unter die
Arme: G-7 erlassen Land seine Schulden

  • Auslandsschulden auf 650 Millionen Euro geschätzt
  • Bemühungen auch um internationale Institutionen

Nach dem schweren Erdbeben in Haiti erlassen die sieben führenden Industriestaaten (G-7) dem Karibikstaat alle bilateralen Schulden. Das teilte der kanadische Finanzminister Jim Flaherty im kanadischen Iqaluit mit, wo die G-7-Finanzminister tagten.

Die G-7-Vereinbarung betrifft jene Schulden, die Haiti bei den Mitgliedstaaten USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada jeweils direkt aufgenommen hat, nicht die Schulden von staatenübergreifenden Organisationen wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Der britische Premierminister Gordon Brown begrüßte den Schuldenerlass. "Ein Land, dass unter Schutt begraben ist, muss nicht noch unter Schulden begraben sein", erklärte er in London.

650 Mio. Euro Auslandsschulden
Insgesamt liegen die Auslandsschulden Haitis bei rund 890 Millionen Dollar (650 Millionen Euro). Rund 41 Prozent davon schuldet das Land der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB), 27 Prozent der Weltbank.

Das G-7-Treffen im eisigen Iqaluit war womöglich das letzte eigenständige dieser Art. In Zukunft könnten die Konferenzen mit ähnlichen der G-20 verknüpft werden.

(apa/red)

7.2.2010 14:59
Vasant, 07. 02. '10 14:05
Ich finde es sehr toll, dass man sich
so um Haiti kümmert ohne daran zu denken, dass es hier
vielleicht "nur" um die Ölreserven dieses Landes geht, aber
ich stell mir auch die Frage ... warum hat man sich NIE so
um die armen Menschen in Gaza gekümmert? Warum sind
die dort ihrem eigenen Schicksal überlassen? Warum tut
dort die "internationale Gemeinschaft" NICHTS?
Ferdiburli, 07. 02. '10 17:11
Re: Ich finde es sehr toll, dass man sich
Ja, weil es dort kein Öl gibt hihihi