Heimischer Wirtschaft gehen die Jobs aus:
Über 400.000 Menschen haben keine Arbeit
- Arbeitslosenquote ist im Jänner auf 8,9 % gestiegen
- AMS bereitet sich auf einen Schulungsansturm vor

"Wir werden 2010 ein hartes Jahr am Arbeitsmarkt zu bewältigen haben", prophezeite Sozialminister Rudolf Hundstorfer vor drei Wochen - und dürfte damit Recht behalten. Denn die düsteren Wolken über dem Arbeitsmarkt verdichten sich weiter: Im Jänner waren hierzulande bereits 402.692 Menschen auf Jobsuche - um 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt steigt die Arbeitslosenquote auf 8,9 Prozent, zusätzlich stecken 79.041 Menschen in Schulungen. Für Hundstorfer kein Grund zur Panik: Am Arbeitsmarkt sind nach Ansicht des Ministers erste Anzeichen für eine leichte Entspannung erkennbar.
Denn eine statistisch gewichtige Branche dürfte bereits in den nächsten Monaten für mehr Beschäftigung sorgen: In der Baubranche hat der harte Winter einen überdurchschnittlich hohen Anstieg der Arbeitslosigkeit verursacht, am Bau waren im Jänner bereits über 70.000 Menschen arbeitslos. Und genau dieser Umstand soll für einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in den kommenden Monat sorgen: Nach Winterende nimmt die Beschäftigung saisonbedingt nämlich wieder zu - was auch an den knapp 94.436 Einstellungszusagen ablesbar ist, die jeder dritte Arbeitslose laut Sozialministerium bereits in der Tasche hat.
Vorerst aber stimmen die vorliegenden Zahlen nachdenklich. Die gestiegene Arbeitslosigkeit war im Jänner eindeutig männlich - und älter: Während die Zahl der weiblichen Jobsuchenden um 5,8 Prozent anstieg, nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 8,1 Prozent auf 215.113 Betroffene zu. Zudem fiel der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit mit einem Plus von 4,1 Prozent deutlich geringer aus als jene der älteren Arbeitnehmer: Bei den über 50-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit um fast 10 Prozent auf 65.059 Betroffene an.
AMS bereitet sich auf Schulungsansturm vor
Arbeitsintensive Zeiten kommen jedenfalls auf das Arbeitsmarktservice zu: Denn dort müssen Schulungen für jene zusätzlichen 79.041 Menschen organisiert und finanziert werden, die in der offiziellen Arbeitslosenzahl nicht aufscheinen. Bereits 2009 wurde das dafür vorhandene Budget von einer Milliarde bereits gänzlich ausgeschöpft. Nun soll eine Aufstockung verhindern, dass ein weiterer Anstieg der Erwerbslosen das AMS in budgetäre Nöte bringt.
(apa/red)

