Eiserner Besen auf Abruf: Neuer ÖOC-
Boss Karl Stoss im olympischen Interview

  • Amt mit Vorsicht aber auch nötiger Härte ausüben
  • PLUS: "Die Sportler sollen im Mittelpunkt stehen"

Karl Stoss erlebt in Vancouver seine ersten Olympischen Spiele als Präsident des Österreichischen Olympischen Comité (ÖOC). Der Casino-Boss greift im ÖOC durch und spricht im Interview unter anderem über seine Vorfreude auf die Spiele in Kanada.

Frage: Olympia bringt sie erstmals in ihrer Funktion als neuer ÖOC-Präsident intensiv mit den Sportlern zusammen. Ist das aufregend?
Stoss: "Das macht es doch erst richtig spannend und abwechslungsreich. Das sind alles coole Typen und ich habe immer gesagt, die Sportler sollen im Mittelpunkt stehen."

Frage: Sie sind Vorstand der Casinos Austria sowie Multifunktionär. Warum tut man sich auch noch den unbezahlten Job eines ÖOC-Präsidenten an? Wollen, oder müssen sie?
Stoss: "Das Wollen steht im Vordergrund, man muss ja von einer Aufgabe überzeugt sein. Es ist eine ehrenvolle, aber auch ehrenamtliche Aufgabe mit Bürde. Wenn dabei aber Erfolge für Sportler rauskommen, ist das toll. Natürlich ist es aber auch so, dass die Lotterien der mit Abstand größte Sponsor des gesamten österreichischen Sports und des ÖOC sind. Daher ist es nur recht und billig, dass man als CEO auch ein Auge drauf richtet, wie sinnvoll diese Mittel eingesetzt werden."

Frage: Hat man beim ÖOC nach Turin nicht eine Menge aufzuarbeiten?
Stoss: "Natürlich, es soll ja auch nichts versteckt werden. Was nachvollziehbar ist, wird von uns schonungslos aufgedeckt. Ich habe eine unabhängige Kommission und eine Wirtschaftsprüfungskanzlei eingesetzt. Nach den Vancouver-Spielen werden wir einen Bericht erstellen und den den Mitgliedern präsentieren."

Frage: Ihr Vorgänger hat die meiste operative Arbeit dem Generalsekretär überlassen. Sind sie einer, der eher den eisernen Besen selbst in die Hand nimmt?
Stoss: "Wenn man so eine Aufgabe übernimmt, dann mit Verantwortung. Vor allem in einer Zeit, wo die Vergangenheit in die Gegenwart hineinspielt. Wir stehen unter besonderem Fokus, ich gehe mit Vorsicht aber auch der nötigen Härte an das Thema heran. Auf Dauer ist aber auch für mich das Operative denkunmöglich. Wenn der Generalsekretär gefunden ist und die enge Abstimmung mit dem ÖOC-Management passt, werde auch ich mich wieder reduzieren. Ich habe jetzt schon einige Jobs aufgegeben."

Frage: Welche Qualifikationen und Qualitäten muss der neue Generalsekretär haben?
Stoss: "Er muss betriebswirtschaftliches Wissen ebenso mitbringen wie Führungsqualitäten und Verhandlungsstärke. Und er sollte ein hohes Maß an Sportaffinität mitbringen."

Frage: Wie ist ihr Kontakt zum IOC? Haben sie Präsident Rogge oder Vize Thomas Bach schon getroffen?
Stoss: "Beide, aber noch vor meiner Zeit als ÖOC-Präsident. Ich werde das Treffen schleunigst nachholen, eine Einladung ins Österreich-Haus steht aus. Unser Verbindungsglied zum IOC ist aber weiterhin Dr. (Leo) Wallner, der als IOC-Mitglied ja weiter dem ÖOC-Vorstand angehört."

Frage: Haben Sie nach den Vorfällen von Turin vom IOC schon Signale bezüglich ihrer Wahl bekommen?
Stoss: Ja, in Briefen und auch E-Mails hat man mir mitgeteilt, dass man sehr glücklich ist, dass es jetzt so gekommen ist. Man strebt von IOC-Seite wieder eine enge Zusammenarbeit und Kooperation an. Das liegt auch in meinem Interesse."

Frage: Wie ist ihrer Meinung nach das Image des Sports in Österreich und wie stehen sie zu einer Zusammenlegung von ÖOC und BSO?
Stoss: "Das Image ist sehr gut. Die Österreicher sind sehr sportbegeistert, wir sind in vielen Sportarten top, auch im sommer. Wir müssen Jugendliche aber von der Straße und der Konsole weg und zu den Sportvereinen bringen. Ich bin für eine möglichst enge Zusammenarbeit zwischen ÖOC und BSO, aber für eine strikte Trennung. Das ÖOC ist für den Spitzensport, die BSO für den Breitensport zuständig."

(apa/red)

5.2.2010 13:08
Artikel bookmarken bei: ? Hilfe
peter1722, 06. 02. '10 13:58
Hohn
Wenn man den wahren Charakter dieses Herrn kennt,empfindet man die Antworten als reinen Hohn.
DO+CO, 10. 02. '10 07:51
Re: Hohn
Der Herr Stoss ist auch nicht besser als seine Vorgänger. Wie schafft er es nur für DO und CO und seinen Freund Oberhauser vom ORF bei den Olympischen Spielen 580000 Euro nur für 3 Wochen Catering auszugeben. Wäre es sein Geld würde er es sich sehr gut überlegen....aber der ÖOC hat bei solchen Managern ja bald kein Geld mehr und in der Privatwirtschaft hätte er keinen Job mehr.
zurück zur Startseite