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4.2.2010 15:59

"Überall Chancen": Gandler für Biathlon-
Bewerbe bei Olympischen Spielen Optimist

  • Sportdirektor verfolgt Spiele nur aus der Ferne
  • Gandler: "Karten werden in Kanada neu gemischt"

Für Markus Gandler ist es eine neue Erfahrung: Der ÖSV-Sportdirektor für Biathlon wird erstmals ein Großereignis aus der Ferne verfolgen, er reist nicht mit dem Team zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Nach 13 Podestplätzen in 18 Weltcup-Bewerben ist der Tiroler optimistisch: "Die Karten werden in Kanada neu gemischt, die Luft ist dünn, aber wir haben in jedem Bewerb Chancen."

Fünfmal haben die "Skijäger" im Whistler Olympic Park die Chance auf Edelmetall. Für die bisher einzige ÖOC-Biathlon-Medaille - Bronze im Sprint - hatte Wolfgang Perner 2002 gesorgt. "Wenn wir in Whistler eine Medaille holen, bin ich heilfroh", erklärte Gandler angesichts der Dichte in dieser Sportart. Medaillen-"Banken" gibt es dennoch: Der fünffache Olympiasieger Ole Einar Björndalen und sein norwegischer Landsmann Emil Hegle Svendsen (4 Saisonsiege) gelten als Topfavoriten. "Sie haben alles auf Olympia ausgerichtet", weiß Gandler. Und dafür zwei Stationen (6 Rennen) ausgelassen.

Seine Entscheidung, den Winterspielen fernzubleiben, hat Gandler schon vor längerer Zeit getroffen. "Ich habe den spontanen Schritt nicht bereut, auch im Wissen, dass ich einem Betreuer eine Akkreditierung wegnehmen würde", erklärte der Langlauf-Olympia-Zweite von 1998. Der Grund ist der Dopingskandal von Turin, in dem sich Gandler unschuldig fühlt. Da sei auch eine gewisse Eitelkeit dabei. "Nach dieser Geschichte gehe ich nicht zur Tagesordnung über, ich stehe wegen Turin ja auch vor Gericht."

Auf dem Betreuersektor ist die ÖSV-Biathlon-Sparte mit Ausnahme des Direktors in voller Stärke vertreten, zehn Personen kümmern sich um Athleten und deren Material. Zum Teil sind sie mit Akkreditierungen von Ausrüsterfirmen ausgestattet. "Wir können stolz auf unser Skitechniker-Team sein, wir hatten über die gesamte Saison sehr gutes Material", lobt Gandler die Serviceleute.

Team bereits fix
Beständig gute Leistungen haben auch jene vier Athleten erbracht, die für alle fünf Bewerbe - den Anfang macht der Sprint am 14.2. - vorgesehen sind. Die Olympia-Debütanten Dominik Landertinger und Simon Eder (je 3 Podestplätze) sowie die Routiniers Christoph Sumann und Daniel Mesotitsch (je 2) haben ihre Topform im Weltcup bewiesen. Ein Mitgrund dafür war laut Gandler, dass es diesmal keine ärgeren gesundheitlichen Probleme gab. "Wenn das so bleibt, dann bin ich für die Spiele sehr zuversichtlich", sagte Gandler. Die geringere Anfälligkeit für Infekte hänge auch mit der größeren Selbstzufriedenheit der Athleten und der durch die Aufteilung in zwei Gruppen besseren individuellen Betreuung zusammen.

Nicht zuletzt als Folge des Doping-Skandals von Turin, nach dem u.a. die des Blutdopings überführten Biathleten Perner und Wolfgang Rottmann lebenslang aus dem ÖSV ausgeschlossen wurden, wohnt das Team in Whistler im Olympischen Dorf. "Man muss sich dort ein Umfeld aufbauen, ich hoffe, dass die Rahmenbedingungen passen", erklärte der Sportdirektor.

(apa/red)

4.2.2010 15:59
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