Kampf gegen Betrug: Große Anti-Doping-
Offensive bei Spielen 2010 in Vancouver
- Koordiniertes Vorgehen u.a. von IOC und WADA
- "Besser 1.000 Tests im Biathlon als im Curling"

Das größte Doping-Kontrollprogramm bei Olympischen Winterspielen ist im vollen Gang. Eine Task Force des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), des kanadischen Organisationskomitees (VANOC) und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ist mit größter Akribie schon vor dem Wintersport-Spektakel in Vancouver potenziellen Betrügern auf der Spur. "Das koordinierte Vorgehen hat die Effektivität im Vergleich zu bisherigen Spielen verbessert", sagte WADA-Generaldirektor David Howman.
Rund 2000 Doping-Tests wird es vor und während der XXI. Winterspiele geben - 70 Prozent mehr als 2006 in Turin. Doch nicht allein die Quantität ist bei der Fahndung nach Betrügern entscheidend, sondern auch die intelligente Wahl von Athleten, Zeitpunkt und Sportart. "Es macht mehr Sinn, 1.000 Tests im Biathlon zu haben als 1.000 beim Curling", erklärte Howman.
Bei Kontrollen vor den Olympischen Spielen 2008 in Peking konnten durch die konzertierte Aktion von IOC, Organisationskomitee und WADA 70 Athleten der Einnahme von verbotenen Mitteln überführt und an einem Start in China gehindert werden. "Das rigorose Testprogramm vor Peking hat Erfolg gehabt. Wie erfolgreich es in Vancouver wird, werden wir am Ende der Spiele wissen", meinte WADA-Präsident John Fahey.
Meldesystem ADAMS Grundlage
Grundlage der weltweiten Kontrollen ist das von der WADA etablierte elektronische Meldesystem ADAMS. Die Sportler sind verpflichtet, ein Vierteljahr im Voraus zu informieren, wo sie sich aufhalten - dabei müssen die Topathleten für jeden Tag eine konkrete Stunde angeben, während der sie anzutreffen sind. In Peking hatte mehr als die Hälfte der Athleten diese Whereabouts nicht korrekt oder gar nicht gemacht. "Wir haben mit dem IOC darüber geredet. Alle Athleten müssen ihre Whereabouts machen, darin stimmen wir überein", sagte Fahey.
"Wir setzen unsere strikte Null-Toleranz fort", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge und betonte mit Blick auf Vancouver: "Wir sind bereit." Der Belgier ließ keinen Zweifel daran, im Zweifelsfall auch die kanadische Polizei um Hilfe zu bitten. "Wenn der Verdacht besteht, werden wir das auf jeden Fall tun."
(apa/red)










