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2.2.2010 12:24

Skispringer müssen neue Anzüge wählen: Aufregung bei Adlern wegen Olympia-Regel

  • Werbefreie Spiele machen Maßnahme nötig
  • FIS gestattet überkleben der Sponsoren nicht

Hinter den Kulissen der Skisprung-Szene herrscht vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver respektive im Whistler Olympic Park bei so manchen Springer Aufregung. Die FIS hatte schon bei den Weltcup-Bewerben alle Springer neu vermessen und außerdem angekündigt, dass die Weltcup-Anzüge für die Medaillenkonkurrenzen in Kanada nicht zugelassen werden.

Hintergrund ist die Werbefreiheit bei den Olympischen Spielen und die Tatsache, dass das einfache Überkleben etwaiger Sponsoren zusätzliche Undurchlässigkeit und damit besser unterstützten Sportlern einen Vorteil bringen könnte. Gelassen reagiert FIS-Renndirektor Walter Hofer auf Vorwürfe der Spitzenspringer. "Wenn ein Athlet die IOC-Vorgaben einhält und nur zwei Markenzeichen am Anzug hat und dann gibt es andere Athleten, die die restlichen Flächen überkleben, dann haben wir natürlich dort eine dichte Stelle, dann sind das über 300 Quadratzentimeter. Da sind wir in einem Bereich, wo das zumindest als Wettbewerbsvorteil ausgelegt werden kann", erklärt der Kärntner.

Auch die Neuvermessung der Athleten, bei denen Körpergröße, Schritt- und Armlänge sowie Kragenweite überprüft wurde, sei nichts Ungewöhnliches. "Das findet vor allen Olympischen Spielen statt." Es passiert so spät, weil man auch abwarten will, welche Sportler nominiert werden. Außerdem tauchten bei Spielen immer wieder Gerüchte in Sachen Material auf. "Das ist ein sehr sensibles Thema", so Hofer. Da er und sein Materialchef Österreicher sind und Österreich eine sehr erfolgreiche Mannschaft habe, sei es "nur recht und billig, wenn wir sozusagen kommissionell die Daten noch einmal überprüfen".

ÖSV hat eigene Schneiderei
In früheren Zeiten sei es erlaubt gewesen, die Sponsoren einfach zu überkleben, erinnert sich beispielsweise auch Andreas Goldberger. Für Österreichs Team, das die meisten Siegeranzüge für die Spiele im Schrank lassen muss, ist dies natürlich bitter, aber das Regulativ gilt für das gesamte Feld. Außerdem hat der ÖSV mit der Firma Starl in Redlham eine eigene Anzugsschneiderei, diesen Luxus haben nicht alle Nationen.

Team-Oldie Wolfgang Loitzl sieht die ganze Problematik daher abgeklärt. "Grundsätzlich war es immer so, dass wir für Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele ganz neues Material gemacht haben." Loitzl sieht es nicht als Problem, er ist ohnehin fix davon ausgegangen, dass es neue Anzüge geben werde. Mit der eigenen Herstellerfirma, die im Springerzirkus exklusiv für den ÖSV arbeitet, habe man ohnehin einen großen Vorteil. "Ich habe letzte Woche Dienstag drei Anzüge bestellt, am Mittwoch waren sie fertig und am Donnerstag habe ich sie in Oberstdorf mitgehabt. Das geht wirklich sehr schnell." Bei großen Firmen, die mehrere Nationen bedienen, müsse man lange warten bzw. viel früher bestellen. Auch bei den Neuausmessungen von Körpermaßen in Zakopane habe es bei den ÖSV-Athleten keine Überraschungen gegeben.

(apa/red)

2.2.2010 12:24
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