Jung-Papa feiert bis zum Sonnenaufgang:
Roger Federer vom Nachwuchs beflügelt
- Federer bisher noch keinen Tag ohne seine Kinder
- Melbourne-Champion bleibt weiter erfolgshungrig
·Der Federer-Express
ist am Ziel angelangt
Schweizer triumphiert
bei den Australian Open
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besiegt Henin im Endspiel
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Serena Williams verteidigt
erfolgreich ihren Titel

Ausgelassen hat Roger Federer in der Nacht auf Montag seinen 16. Grand-Slam-Titel, den vierten bei den Australian Open, gefeiert. Bis zum Sonnenaufgang zelebrierte er mit ein paar Dutzend Freunden in seinem Hotel, nach nur ein paar Stunden Schlaf stellte er sich putzmunter noch einmal der Presse. Nach seinem ersten Major-Sieg als Vater begrüßte ihn bei der Rückkehr in sein Zimmer eine seiner beiden Töchter, die bereits wach war. Die Vaterschaft scheint den 28-jährigen Schweizer nicht wie von manchen erwartet zu hemmen, sondern anzuspornen.
"Ich habe Myla kurz gesehen. Auch wenn sie natürlich keine Ahnung hat, was passiert ist und es ihr auch völlig egal ist, so war es für mich doch ein spezieller Moment, sie in meinen Armen zu halten", schilderte Federer. Doch weder Titel Nummer 16 noch das private Glück haben den Hunger nach Erfolgen des außergewöhnlichen Tennis-Stars verändert. Er freut sich schon auf Roland Garros. "Ich hoffe natürlich, dass ich meinen French-Open-Titel verteidigen kann, aber eines nach dem anderen. Jetzt gibt es etwas Urlaub, dann Training und dann wieder Dubai", sprach der Weltranglisten-Leader seinen nächsten Turniereinsatz ab 21. Februar an.
"Mein bestes Tennis gezeigt"
Der trotz all seiner Erfolge immer sympathisch und am Boden gebliebene Weltstar des Sports hatte mit seinem Finalauftritt gegen Andy Murray gezeigt, dass er nach wie vor bereit ist, die Tennis-Welt zu dominieren. "Ich glaube, ich habe in den vergangenen zwei Wochen mein bestes Tennis gezeigt, besonders gestern im Finale gegen Murray", meinte Federer. Der Sieg sei außergewöhnlich gewesen und auch seine Leistung. "Das macht mich sehr glücklich und neugierig, was heuer noch kommt."
Wenn man älter werde, so Federer, könne man die Siege umso mehr genießen. "Weil man weiß ja nie, ob es vielleicht schon der letzte gewesen ist, obwohl ich sicher bin, dass noch viel in mir schlummert." Keine Rede vom Aufhören oder auch nur einer mehrmonatigen Auszeit. "Ich denke, es ist auch zu hart, dann wieder zurückzukommen."
Kinder bald auch als Fans dabei?
Mit dem Sieg beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres, das mit 653.860 Zuschauern den bisherigen Rekord schon wieder um 50.000 Fans überboten hat, ist er freilich auch der einzige Spieler, der den Grand Slam (also alle vier Majors innerhalb eines Kalenderjahres zu gewinnen) heuer schaffen könnte. Daran denkt er aber nicht. Was ihn aber besonders stolz machen würde: Wenn seine Zwillingstöchter ihm eines Tages schon bewusst zuschauen könnten, vielleicht wenn es um einen großen Titel geht. "Vielleicht sitzen meine Zwillinge nächstes Jahr ja schon am Finaltag in der Box, das wäre unglaublich", hofft Federer, dessen Töchter dann rund 18 Monate alt sind.
Seit dem 23. Juli 2009 hat sich die Welt von Roger und Mirka völlig verändert. Und trotz allem Reise-, Trainings- und Turnierstress hat es noch keinen Tag gegeben, an dem er seine Kinder nicht gesehen hätte. Seine Familie reist mit ihm um die Welt. "Natürlich werden die Zeiten auch härter werden. Jetzt sind sie brav, aber sie werden auch einmal nicht so einfach sein und schreien. Aber was kommt, kommt. Es ist nicht genug, ein Tennis-Spieler zu sein, du musst auch ein Mensch sein."
(apa/red)
