Dienstag, 2. Februar 2010

Zurückhaltung bei heimischen Transfers:
Wallner & Linz die einzigen beiden "Kracher"

  • Salzburg, Austria und Sturm Graz holten Stürmer
  • Völliger Stillstand bei SV Mattersburg und SV Ried

Die Clubs der österreichischen Bundesliga haben sich in der am Montag (24.00 Uhr) zu Ende gehenden Transferzeit wie schon in der vergangenen Saison sehr zurückhaltend gezeigt. Als größere "Kracher" gab es vor dem Start der Frühjahrssaison nur den Wechsel Roman Wallners vom LASK zu Meister Red Bull Salzburg sowie die "Heimkehr" des ablösefreien Roland Linz zur Wiener Austria zu vermelden. Kaum mehr als ein Dutzend Neuzugänge waren zu vermelden, völliger Stillstand herrschte bei der SV Ried und in Mattersburg.

Wallner, dessen Vertragsdetails beim Tabellenführer nicht bekanntwurden, ist die einzige echte Veränderung in Salzburg, das als erster Verfolger Rapids startet. Denn die Abgänge, der Kroate Manuel Pamic, der Serbe Sasa Ilic und der Tunesier Mejdi Traouri, spielten im Herbst keine Rolle, der Tscheche Patrik Jezek war nur als Wechselspieler zum Einsatz gekommen. Wallner, Führender der Torschützenliste, soll mit seiner Ballsicherheit und Vielseitigkeit den Sturm um Marc Janko bereichern.

Von den direkten Konkurrenten im Titelkampf verstärkte sich vor allem die Wiener Austria (3.) namhaft. Roland Linz, der im vergangenen Sommer vom SC Braga zu Gaziantepspor transferiert wurde und seinen Vertrag mit den Türken im Jänner löste, machte erst wenige Stunden vor dem Schließen des Transferfensters seine Rückkehr nach Favoriten perfekt. Der Steirer, der schon von 2001 bis 2003 und in der Saison 2005/06 für Violett spielte, soll das Stürmerproblem der "Veilchen" beheben. Thomas Krammer, der auf der rechten Außenbahn im Herbst kaum zum Zug gekommen war, wechselte in die Erste Liga zur Admira, sein Vertrag wurde einvernehmlich aufgelöst.

Sturm Graz hat Stürmer-Wahl
Auch Sturm Graz (4.) setzt auf einen neuen Stürmer und fand im ehemaligen ÖFB-Teamspieler und EURO-2008-Kicker Roman Kienast eine kostengünstige Variante. Der 25-jährige Wiener ist zumindest bis zum Sommer Grazer und einer von sechs Stürmern im Kader. Im Oktober war er mit Ham-Kam in die zweite norwegische Liga abgestiegen. Zudem holte man den derzeit verletzten Außenverteidiger Christian Prawda von Schlusslicht Austria Kärnten und Klaus Salmutter kehrte vom LASK zurück.

Tabellenführer Rapid verzichtete auf große Transfer-Gesten. Lediglich der 18-jährige weißrussische Verteidiger Andrej Lebedew stieß zur Pacult-Elf hinzu, er wird aber erst bei den Amateuren Erfahrung sammeln. Verteidiger Tanju Kayhan, der erst drei Pflichtspiele für Grün-Weiß absolviert hat, wird den Rekordmeister bis zum Sommer leihweise Richtung Wiener Neustadt verlassen.

Viel neu in Wiener Neustadt
Beim Club von Frank Stronach (6.) tat sich vergleichsweise viel, wurde nicht nur Trainer Helmut Kraft durch Peter Schöttel ersetzt. Ari Taner, Sebastian Martinez und Yüksel Sariyar verließen den Verein, die höchsten Wogen aber schlug der Abgang des für den Boss zu teuren Sanel Kuljic, der schließlich bei Xamax Neuchatel in der Schweiz ein Engagement ergatterte. Als Zugang vermeldete man lediglich den ausgeliehenen Rapidler Kayhan.

Auf Konstanz pur setzen die SV Ried (Tabellenfünfter) und der SV Mattersburg (7.), bei denen das Transferkarussell völlig ruhte. Auch vom LASK (8.) war außer dem Abgang von Wallner und dem Zugang des Admiraners Sandro Zakany lange nichts zu hören. Doch dann holte die Hamann-Truppe mit Mark Prettenthaler (von Sturm Graz) und Ex-Teamspieler Rene Aufhauser (von Red Bull Salzburg) noch zwei Spieler unter Vertrag.

In Kapfenberg (9.) heuerten mit den Stürmern Michael Tieber (GAK) und dem Italiener Antonio di Salvo von 1860 München neue Kräfte für die schwachbrüstige Offensive an.

Aderlass in Kärnten
Transfer-Hotspot war im Winter aber das Schlusslicht. Bei der finanziell und sportlich angeschlagenen Kärntner Austria wurde kräftig abgebaut, Martin Hiden, Marc Sand, Stefan Bürgler, Modou Jagne, Martin Zivny, Andre Schembri und Prawda sind Kärntner Geschichte. Mit dem slowenischen Abwehrspieler Luka Elsner sowie den beiden Stürmern Goran Aleksic (CRO) und Admir Medjedovic kam ein Trio neu hinzu.

(apa/red)

2.2.2010 09:42