Dienstag, 2. Februar 2010

Beben in Haiti erschütterte auch UNO-
Hauptquartier: 92 Mitarbeiter unter Toten

  • Sieben weitere UNO-Beschäftige noch vermisst
  • USA ziehen drei ihrer Schiffe vom Hilfseinsatz ab

Die Zahl der bei dem Erdbeben in Haiti getöteten Mitarbeiter der Vereinten Nationen ist auf 92 gestiegen. Sieben UNO-Beschäftigte würden noch vermisst, teilte der Chef der UNO-Mission, Edmond Mulet, in Port-au-Prince mit. Das Hauptquartier der UNO-Mission war bei dem Beben am 12. Jänner gänzlich zerstört werden.

Die seit 2004 in Haiti stationierte UNO-Mission MINUSTAH hat etwa 7.000 Soldaten, um das Land zu stabilisieren. Derzeit patrouillieren sie verstärkt in den Straßen von Port-au-Prince, um Plünderungen zu verhindern. Sie sichern außerdem die Verteilung von Hilfsgütern ab. Der aus Guatemala stammende Mulet ist der Nachfolger des Tunesiers Hedi Annabi, der bei dem Erdbeben ums Leben kam.

USA ziehen Hilfskräfte ab
Die USA ziehen unterdessen drei Schiffe vom Hilfseinsatz für die Erdbebenopfer in Haiti ab. Wie Luftwaffengeneral Douglas Fraser mitteilte, hätten die Vereinigten Staaten auch ohne den Flugzeugträger "USS Carl Vinson", den Lenkwaffenkreuzer "USS Bunker Hill" und das Forschungsschiff "USNS Henson" genug Kapazitäten für ihren Hilfseinsatz vor der Küste des Karibikstaates.

Insgesamt seien weiterhin 19 US-Schiffe im Einsatz, sagte der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte für die Karibik, Mittel- und Südamerika. Zehn Hubschrauber der "USS Carl Vinson" blieben im Katastropheneinsatz, sie würden auf anderen US-Kriegsschiffen vor der Küste Haitis stationiert. Die insgesamt 19 Helikopter des Flugzeugträgers hätten seit der Ankunft am 15. Jänner 435 Patienten ausgeflogen und 500 Tonnen Hilfsgüter nach Haiti gebracht, so Fraser.

Experte warnt vor weiterem Beben
Ein französischer Wissenschafter hat die Regierung in Haiti vor einem möglichen weiteren Erdbeben in einer Stärke von bis zu 5,5 gewarnt. "Es wird vermutlich noch starke Nachbeben geben, niemand sollte sich in falscher Sicherheit wiegen", sagte der Erdbebenexperte Eric Calais dem haitianischen Sender RFM.

(apa/red)

2.2.2010 13:26