Montag, 1. Februar 2010

Anschlag auf schiitische Pilger im Irak:
46 Todesopfer und mehr als 100 Verletzte

  • Selbstmordattentäterin sprengte sich in die Luft
  • Pilger befanden sich auf dem Weg nach Kerbala

Inmitten einer Gruppe schiitischer Pilger hat sich in Bagdad eine Selbstmordattentäterin in die Luft gesprengt und nach Polizeiangaben mehr als 40 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 122 Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden, sagten irakische Behördensprecher. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf 46 gestiegen, darunter Frauen und Kinder. Krankenhausmitarbeiter bestätigten die Angaben.

Der verheerende Anschlag galt Pilgern auf dem Weg in die heilige Stadt Kerbala. Hunderttausende irakische Schiiten brechen in dieser Woche zur Pilgerfahrt in die Stadt auf. Viele von ihnen legen, wie auch die bei dem Anschlag angegriffenen Pilger, den Weg zu Fuß zurück. Anlass ist das Ende der 40-tägigen Trauerzeit nach dem Ashura-Fest zum Todestag des Imams Hussein. Mit dem Tod dieses Enkels des Propheten Mohammed bei der Schlacht von Kerbala im Jahr 680 wurde die Spaltung zwischen der schiitischen und sunnitischen Richtung im Islam besiegelt.

Pilgermassen strömen nach Kerbala
Auf dem Weg nach Kerbala passieren zahlreiche Schiiten das Bagdader Viertel Shaab, in dem der Anschlag verübt wurde. Beobachter befürchten bis zum Höhepunkt der Pilgerfahrt weitere Anschläge. Da die Sicherheitsvorkehrungen bei religiösen Feiern im Irak in der Regel massiv sind, versuchen Terroristen immer wieder, Pilgermassen auf ihren Anfahrtswegen anzugreifen.

Der Anschlag habe sich bei einem Zelt ereignet, in dem Pilger verköstigt wurden. Augenzeugen beschrieben chaotische Szenen im Anschluss an die Tat. Ein riesiger Feuerball sei inmitten der Pilger zu sehen gewesen, sagte der 35-jährige Rahim Khadhom. Viele Pilger seien blutverschmiert zu Boden gegangen und hätten um Hilfe gerufen. Passanten seien Verletzten beigestanden und haben sie mit Privatwagen in Krankenhäuser gebracht, sagte Khadhom.

(apa/red)

1.2.2010 17:15