Montag, 8. Februar 2010

Janukowitsch ist Wahlsieger in der Ukraine:
Oppositionschef gewinnt vor Timoschenko

  • Regierungschefin Timoschenko gibt noch nicht auf
  • 4,4 Prozent sind klar gegen beide Kandidaten

Gut fünf Jahre nach seiner Entmachtung durch die Orange Revolution in der Ukraine ist der pro-russische Oppositionschef Janukowitsch zum Präsidenten gewählt worden. Wie die Wahlkommission mitteilte, lag er nach Auszählung von über 98 Prozent der Stimmen knapp vor Regierungschefin Timoschenko. Die Wahlleitung teilte mit, dass der 59-Jährige nicht mehr einzuholen sei.

Janukowitsch kommt nach Auszählung von 97,7 Prozent der Stimmen bei der Stichwahl auf einen Stimmenanteil von 48,5 Prozent. Seine Rivalin Timoschenko errang demnach 45,9 Prozent und damit etwa 2,6 Prozentpunkte weniger. Noch nicht ausgezählt waren die Wahlscheine in mehreren als Janukowitsch-Hochburgen geltenden Gegenden, so dass auch Beobachter den Vorsprung als uneinholbar einschätzten.

4,4 Prozent der Wahlteilnehmer sprachen sich ausdrücklich gegen beide Teilnehmer der Stichwahl von Sonntag aus. Rund 1,2 Prozent der Stimmzettel waren ungültig. Die Wahlbeteiligung lag den amtlichen Angaben zufolge bei 69 Prozent.

Timoschenko wollte einen Sieg ihres Rivalen vorerst nicht anerkennen. "Solange nicht alle Stimmzettel ausgezählt sind, ist es unmöglich, von irgendeinem Ergebnis zu sprechen." Das knappe Wahlergebnis stärkt nach Ansicht von Beobachtern ihre Position als Regierungschefin. Janukowitsch hatte sie nach der Wahl aufgefordert, ihr Amt niederzulegen.

Rund 5.000 Janukowitsch-Anhänger versammelten sich am Montag in Kiew, um unter dem Motto "Ukrainer für eine faire Wahl" das Ergebnis dieser Wahl zu verteidigen. Dies galt als Versuch des Oppositionslagers, mögliche Proteste der Timoschenko-Anhänger zu verhindern.


(apa/red)

8.2.2010 15:39