Wogen im Atomstreit noch nicht geglättet:
Ahmadinejad droht mit Uran-Anreicherung
- Präsident: Westen soll aufhören "Spielchen zu spielen"
- Angestrebter Atomdeal bisher an Details gescheitert

·"Wir nähern uns
einem Abkommen"
Irans Außenminister nährt
Hoffnung im Atomstreit
·Iran lässt weitere Kritiker hinrichten
Protest aus Österreich:
"Völlig inakzeptabel"
Der iranische Präsident Ahmadinejad hat der Weltgemeinschaft gedroht, sein Land könne in Kürze mit der Produktion hoch angereicherten Urans beginnen. Der Iran werde mit der Anreicherung auf einen Grad von 20 Prozent starten, wenn der Westen nicht aufhöre mit dem Iran "Spielchen zu spielen", sagte Ahmadinejad in Teheran. Der Iran sei technisch in der Lage dazu.
Die Äußerungen des Präsidenten kamen einen Tag, nachdem der Atromstreit im Mittelpunkt der Internationalen Sicherheitskonferenz in München gestanden hatte. Irans Außenminister Mottaki hatte mit seinem Auftritt in München für weitere Verwirrung und teils deutliche Ablehnung gesorgt. Der Besuch war zunächst als Zeichen der Hoffnung für einen Weg aus dem jahrelangen Atomstreit mit dem Iran gewertet worden. Westliche Politiker hatten sich jedoch nach den Gesprächen in München enttäuscht über die Ergebnisse geäußert.
Das islamische Land reichert Uran bisher nur auf einen Grad von 3,5 Prozent des spaltbaren Isotops U 235 an. Ahmadinejad hatte vor wenigen Tagen erklärt, sein Land sei bereit, das schwach angereicherte Material im Ausland auf den Grad von 20 Prozent bringen zu lassen, um es in einem medizinischen Forschungsreaktor einsetzen zu können. Der Atomdeal droht aber an Details zu scheitern. Der Westen kündigte für diesen Fall verschärfte Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an. Der US-Senator Joe Lieberman drohte dem Iran sogar mit militärischem Eingreifen.
Der deutsche Verteidigungsminister Guttenberg hat die Ankündigung des Iran zur Anreicherung von Uran im eigenen Land scharf kritisiert. Guttenberg sagte auf der Münchner Sicherheitskonferenz, wie schon in der Vergangenheit habe sich gezeigt, dass die ausgestreckte Hand der internationalen Gemeinschaft "nicht nur nicht ergriffen, sondern weggeschlagen wird".
(apa/red)
