Sonntag, 7. Februar 2010

"Wir nähern uns Abkommen": Lösung
im Atomstreit mit dem Iran in Reichweite?

  • Außeminister Mottaki befürwortet Uran-Austausch
  • Westerwelle skeptisch: Iran nicht kompromissfähig
    USA und EU glauben nicht an eine rasche Einigung

Der Iran sieht eine Einigung im Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft in Reichweite. "Wir nähern uns einem Abkommen", sagte Irans Außenminister Mottaki auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Anders sehen das die USA und die EU, Teheran habe auf den Kompromissvorschlag der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) enttäuschend reagiert.

Die USA sehen keine Einigung in Reichweite. Verteidigungsminister Gates drohte mit einer härteren Gangart. Der Westen müsse darüber nachdenken, ob es nicht Zeit für einen Kurswechsel sei, um den Iran zu ernsthaften Verhandlungen zu bewegen. Die Tür für die Islamische Republik stehe weiter offen. Das Land müsse aber dem IAEO-Vorschlag voll und ganz zustimmen, sein Uran im Ausland zu Brennstäben für Kernkraftwerke weiterverarbeiten zu lassen.

Westerwelle skeptisch
Auch Deutschlands Außenminister Westerwelle warf dem Iran vor, sich allen Kompromissangeboten der internationalen Gemeinschaft weiter zu verweigern. "Unsere Hand bleibt ausgestreckt, aber bisher greift sie ins Leere", sagte er in München. Die außenpolitische Repräsentantin der Europäischen Union, Ashton, sprach sich für größeren Druck auf den Iran aus.

Mottaki: "Iran meint es ernst"
Der iranische Außenminister Mottaki hatte auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Bereitschaft seines Landes zu einer Beilegung des Atomstreits bekräftigt. "Die Islamische Republik Iran meint es ernst", sagte er und erklärte, Teheran sei einverstanden mit dem Vorschlag der IAEO.

Er versicherte erneut, dass sein Land nur friedliche Zwecke mit dem Atomprogramm verfolge. Den Atombrennstoff dafür könne der Iran entweder selbst produzieren, kaufen oder im Ausland tauschen. Grundsätzlich sei sein Land mit einem Austausch einverstanden. Allerdings knüpft das Land seine Zustimmung an Bedingungen: Zeitplan, Ort und Menge will es selbst bestimmen.

Deutschland, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und die USA bemühen sich zusammen um eine Lösung des Atomkonflikts. Die Sechser-Gruppe befürchtet, dass die Islamische Republik unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an Nuklearwaffen arbeitet.

(apa/red)

7.2.2010 10:30
Ibikus, 06. 02. '10 23:38
Dem Iran zu Vertrauen....
hieße Häuser auf Sand zu Bauen..................