Freitag, 5. Februar 2010

Überraschung bei ORF-Publikumsratswahl:
SPÖ hat sich riesiges Eigentor geschossen

  • Konnte sich nur eines von sechs Mandaten sichern
  • Kandidaten nahmen sich gegenseitig Stimmen weg

Die SPÖ hat bei der Wahl zum ORF-Publikumsrat einen schweren Dämpfer wegstecken müssen: Von sechs Mandaten gingen wider Erwarten gleich fünf an die ÖVP. Für die SPÖ, die bisher kraft ihres Mobilisierungsvermögens die sechs Publikumsräte traditionell für sich entscheiden hat können, bedeutet das eine heftige Schlappe, noch dazu, wo der einzige Gewinner aus den Reihen der SP-Kandidaten, der Ärzte-Promi Siegfried Meryn, seinen Stimmenvorsprung nur hauchdünn behaupten konnte.

Den erwarteten Sieg dürfte die SPÖ vor allem der Umstand gekostet haben, dass in fast allen Kategorien zwei zumeist gleichwertige Kandidaten aus dem roten Lager angetreten waren, wodurch es zu einem Stimmen-Splitting gekommen ist - eine Erfahrung, die die ÖVP schon bei der letzten Publikumsratswahl gemacht hatte. Zählt man die Stimmen der von roter Seite aufgestellten Kandidaten zusammen, war die Mobilisierung zwar in ausreichendem Maß gegeben, die Wähler teilten sich aber offenbar zwischen den SP-Nominierten auf, was der Volkspartei zu gute kam, die in jeder Kategorie nur einen Kandidaten ins Rennen schickte.

Machtverhältnisse im Stiftungsrat
An den Machtverhältnissen im obersten ORF-Aufsichtsratsgremium, dem ORF-Stiftungsrat, dürfte sich mit dem Ausgang der Wahl nicht all zu viel ändern. Der Beschickungsschlüssel des Publikumsrats in den Stiftungsrat wird nach dem vorliegende Wahlergebnis vermutlich gleichbleiben. Wie bisher dürfte die Hörer- und Sehervertretung drei SPÖ-nahe, zwei ÖVP-nahe und einen unabhängigen Kandidaten in den ORF-Stiftungsrat entsenden. Damit wird die SPÖ im Stiftungsrat voraussichtlich weiterhin 15 von 35 Vertretern haben.

Bei einem Sieg bei der Publikumsratswahl wäre eine rote absolute Mehrheit zumindest in Reichweite gewesen. Medienbeobachter gehen nun davon aus, dass die ÖVP beim zuletzt verzögerten ORF-Gesetz wieder von der Bremse steigt. Übers Wochenende sollen die Verhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP nach APA-Informationen wieder aufgenommen werden.

Der einzige Sieg der Sozialdemokraten fiel zudem denkbar knapp aus: Der von den Kinderfreunden nominierte Facharzt Siegfried Meryn lag mit 75.674 Wählern nur 142 Stimmen vor dem zweitgereihten Clemens Steindl, der als ÖVP-naher Kandidat in die Wahl ging.

"Senior" Tötschinger stimmenstärkster Kandidat
Stimmenstärkster Publikumsrat ist der von den ÖVP-Senioren nominierte Gerhard Tötschinger, der 109.364 mal gewählt wurde. Weitere erfolgreiche ÖVP-Kandidaten waren Eva Scholik, Kathrin Zettel, Bernadette Tischler sowie Ivica Vastic, der das Match gegen Peter Pacult für sich entscheiden konnte. Insgesamt gaben 221.340 Gebührenzahler ihre Stimme ab, was der mageren Wahlbeteiligung von etwa sieben Prozent entspricht.

Die ÖVP sieht in dem Wahlergebnis Implikationen für die Besetzung des Stiftungsrates, wo man eine SP-Mehrheit verhindert habe, wie Generalsekretär Fritz Kaltenegger sagte. Sein SPÖ-Gegenüber Günther Kräuter bedauerte, dass keine weiteren SP-Kandidaten den Einzug schaffen. Eine Schlappe der Partei sieht er offenbar nicht, sondern sprach von einer Persönlichkeitswahl.

(apa/red)

5.2.2010 16:23
founder, 08. 02. '10 22:05
Vielleicht eine Wende bei der heftigen ORF Zensur
In ORF Foren wird Meinungsbildung über Löschung von Beiträgen heftigst betrieben. Kritik auf dumpfen Biertischniveau gestattet, intelligente Kritik wird sofort gelöscht.

http://roland.pege.org/2009-zensur/

Eine Dokumentation der Manipulation durch Löschung und Sperrung.
renotirol, 06. 02. '10 09:31
bild-zeitung, rtl und konsorten . . .
. . . sind bereits auf einem höheren niveau . . . für den orf kann man sich nur noch schämen. und die wenigen, die noch was können, werden immer seltener zu sehen sein. aber heinzl war ja sooo wichtig . . .
stabilis, 05. 02. '10 20:40
Na dass kann was werden!
Oje, jetzt sehen wir uns einem neuen ORF gegenüber, die roten Brüder verlieren, also wird es schmutzig werden.

Vorschlag: Dienstagsdemos vorm Parlament für die Rückkehr der roten Mehrheit (Dienstag hat extrem schlechtes Programm, da können die Genossen ruhig auf die Strasse! - Montag ist Serienabend, da gehts nicht)

:-)

Aber egal: uns steht in dem Land jetzt ein 3 - Proporz bevor, die Blauen kommen ja auch noch.

Was kommt eigentlich rus wenn man blau, schwarz und rot mischt ..... war das nicht so eine DRECKIGE Farbe?

Haider, schau runter!
Vasant, 05. 02. '10 18:38
Wenn es um Niederlagen geht, dann ...
führt die SPÖ immer! Sie haben auch den besten Meister
wenn es um´s Verlieren geht ... den Faymann;) Tatsache
ist, dass die SPÖ aber nie aus Niederlagen lernt!
tigerw00ds, 05. 02. '10 17:38
Die Sinnkrise im ORF
Was ist der ORF?
Ein Medium das seine Zuseher unterhalten soll, eine Politplattform um bei der nächsten Wahl den Wähler so "positiv" wie möglich beeindrucken zu können oder eine Versorgungsstation für Politpensionisten oder Politfreunde oder einfach nur eine bankrotte Firma?

Egal wie man es sieht, keine der vorangegangen Ansichten benötigt diesen Publukumsrat..ausser man schafft wieder einmal ein paar Spesenritter damit ...

Die einzige Heilung für dieses Unternehmen wäre den Nachrichtenteil aus dem Orf mit fix zugesagten Sendezeiten und Terminen auszugliedern, mit Proporz zu besetzen und in dieser eigenen GmbH die Politversorgungsposten einzuführen.

Den für den Zuseher wichtigen Unterhaltungs & Sportteil sollte man dann an der Börse verkaufen und mit diesem Geld das Unternehmen wieder flott machen.
Viennese, 05. 02. '10 14:51
Diese unnötige Wahl
Wahrscheinlich war die Teilnahme irgendwo im dezimalbereich zu suchen.es interessiert keinen menschen wer von den hofierten Politlieblingen wieder einmal zu einem Buffett eingeladen ist.Vielmehr wäre es wichtig endlich wieder zuralten Größe des ORF´s zu finden und fachleute ihren Job machen zu lassen. Wo sind leute von einem kaliber eines Portisch, Zilk, Urban usw? Diese kasperln die heute gerade noch vom Blatt lesen können ( und sehr oft das auch noch falsch)haben doch nichts in einem Sender zu suchen. Zu obester Stelle der unfähigste manager der programmdirektor Lorenz. Für was der überhaupt Geld bekommt ist vielen ein Rätsel. Der ORF wurde einst beneidet für seine fachleute, heute wird er nicht einmal mehr belächelt.
maultier, 05. 02. '10 15:08
Re: Diese unnötige Wahl
...schickt´s die ORF-Brüder übern Jordan....
sidestep, 05. 02. '10 12:19
Alarm!
Wenn das kein Weckruf für den kalten Lächler Faymann ist, dann wird er wohl nie mehr einen hören. Unfähig zu Führen wird er bald aufwachen aus seinem selbgstgfälligen Schlaf! Aber die Roten sind inzwischen so abgestumpft, dass sie alles ignorieren, selbst Alarmzeichen. Ich habe Gusenbauer sein baldiges Ende vorausgesagt und er hat mir geantwortet, dass zum Schluss abgerechnet wird. Vor wenigen Tagen sagte er, dass er gerne länger geblieben
wäre und dass er überrascht von seiner schnellen Abwahl gewesen sei. Auch die jetzigen Roten ahlen sich noch in ihrem Wahlsieg, der keiner war. Schon bei der Wiener Wahl werden sie ihre erste böse Überraschung erleben und dieser Trend wird sich bei den anstehenden Landtagswahlen fortsetzen. Geschieht ihnen Recht für diese Politik die sie betreiben!
Vasant, 05. 02. '10 18:43
Re: Alarm!
Du musst das so sehen ... für die SPÖ ist eine Niederlage
ein Erfolg;)
founder, 08. 02. '10 22:08
Ich habe die Hoffnung aufgegeben
Letztes Jahr 3 schwere Wahlniederlagen der SPÖ. Jedesmal hoffte ich, jetzt sind die reif dafür über eine neue Politik nach zu denken, jedesmal denkste, haste gedacht.

Mein Hauptanliegen, die Steuerreform als Konjunkturprogramm
http://politik.pege.org/2009-steuerreform/