SPÖ-Kärnten findet einfach keinen Chef:
Kandidaten springen nun reihenweise ab
- Nach Seifried hat nun auch Köfer keine Lust mehr
- Bis 15.2. muss neuer Kandidat gefunden werden

Während Restösterreich hauptsächlich damit beschäftigt ist, zu durchschauen, wieviele Parteien des dritten Lagers nun eigentlich in Kärnten existieren, hat die dortige SPÖ ganz andere Probleme. Sie findet einfach keinen neuen Chef. Die Suche nach einem neuen Parteichef gestaltet sich mit der Zeit immer schwieriger. Nach der Absage des Wolfsberger Bürgermeister Gerhard Seifried hat nun auch der Spittaler Gemeindechef und Nationalratsabgeordnete Gerhard Köfer von einer Kandidatur am Parteitag am 27. März Abstand genommen.
Offiziell geben sie die Kärntner SPÖ-Granden aber noch zuversichtlich. "Ich sehe aber derzeit kein Problem", meinte dazu der Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter. Ein geeigneter Kandidat müsse bis zum Parteipräsidium am 15. Februar gefunden sein und dieser Termin "wird einzuhalten sein."
Die Absage Köfers nimmt Manzenreiter - der auch den scheidende Parteivorsitzenden Reinhart Rohr durch eine mediale Attacke aus dem Sattel gehoben hatte - gelassen. "Er hat sich selber aufgestellt und nun wieder aus dem Rennen genommen", sagte der Bürgermeister. Er wies den Vorwurf Köfers zurück, ihn je öffentlich diffamiert zu haben. "Ich habe nur gesagt, dass ich ihn nicht für den geeigneten Kandidaten halte, und das ist keine Diffamierung", erklärte Manzenreiter.
Der von der SPÖ beschlossene Zeitplan zur Findung eines neuen Landesparteichefs sei zwar "sicher nicht ideal" gewesen, räumte der Bürgermeister ein. Dass nach den öffentlich ausgetragenen Debatten und den Absagen nun schwierig werden könnte, überhaupt eine vernünftige Lösung zustande zu bringen, wollte der SPÖ-Politiker nicht bestätigen. Manzenreiter: "Das Problem habt nur ihr Journalisten".
(apa/red)
