Sonntag, 7. Februar 2010

Neue Aufregung um Causa Mensdorff:
Verfahren auch in Österreich eingestellt?

  • Anwalt verwies auf das Doppelbestrafungsverbot
  • Korruptionsvorwurf: Waffenlobbyist freigelassen

Nachdem die britische Anti-Korruptionsbehörde Serious Fraud Office (SFO) das Verfahren gegen den österreichischen Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly in London eingestellt hat, prüft nun die Staatsanwaltschaft in Österreich, wie sich diese Entscheidung auf das hier laufende Verfahren auswirkt. Mensdorff-Pouillys Anwalt rechnet damit, dass das Verfahren auch in Österreich eingestellt wird.

Mensdorff-Pouillys Anwalt Harald Schuster veriwes auf das im Schengener Durchführungsübereinkommen verankerte Doppelbestrafungsverbot. Das bedeutet, wenn ein Verfahren in einem Schengen-Staat eingestellt ist, dann müsse es auch in den anderen Schengen-Staaten eingestellt werden, sofern es sich um den gleichen Sachverhalt handelt. Ob eine solche "Sachverhalts-Identität" in diesem Fall gegeben sei, müsse nun der Staatsanwalt in Wien prüfen. Der Anwalt rechnet aber damit, dass dies zutrifft.

Justiz glaubt nicht an Einstellung des Verfahrens
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch, glaubt hingegen nicht, dass die Entscheidung in London Auswirkungen auf das Verfahren in Österreich hat. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt seit über einem Jahr wegen Geldwäsche, Bestechung und falscher Zeugenaussage vor dem Eurofighter-U-Ausschuss gegen Mensdorff-Pouilly.

Petzner: Freilassung ist "Justizskandal"
BZÖ-Generalsekretär Petzner bezeichnete indes die Freilassung des Waffenlobbyisten in Großbritannien als "Justizskandal". "Dass Ermittlungen gegen alle Privatpersonen beendet werden, weil sich ein Konzern mit 34,4 Millionen Euro einfach bei einem Staat von Vorwürfen freikauft, ist unglaublich", meinte Petzner. Die Ermittlungen sollten in Österreich fortgesetzt werden.

Auch Verteidigungsminister Norbert Darabos übt heftigte Kritik an dem Deal der britischen Anti-Korruptionsbehörde Serious Fraud Office (SFO) mit dem Rüstungskonzern BAE Systems, auf dessen Grundlage das Verfahren gegen den österreichischen Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly in London eingestellt wurde. Gleichzeitig äußert Darbos in der Tageszeitung "Kurier" die Hoffnung, dass das in Österreich laufende Verfahren gegen Mensdorff-Pouilly nicht eingestellt wird.

(apa/red)

7.2.2010 08:40
sidestep, 06. 02. '10 09:18
Bewiesen
Womit wieder einmal bewiesen worden ist, dass man Urteile, egal wo auf der Welt (im angeblich so korrupten Iran, gleich wie in Afghanistan oder in der EU insbesondere in Österreich) von korrupten Richtern und Staatsanwälten kaufen kann. Man braucht nur ein bisschen Geld und schon "übersieht" der Herr Staatsanwalt 120 (!) Seiten Anklage (wie im Falle des Ex-Ministers Strasser für den n a t ü r l i c h die Unschudsvermutung gilt, ha, ha, ha). Niemand bohrt von den Journalisten nach, was mit diesem Herrn, der alles übersehen hat geschehen ist. Wahrscheinlich ist er zur Strafe schon zum Oberstaatsanwalt befördert worden!
MyHomebound, 07. 02. '10 10:29
Re: Bewiesen
Ja leider, Geld regiert die Welt, damit kann man heute ALLES (bis auf Charakter und Gesundheit - leider) kaufen - sogar Unschuld. Apropo Charakter - wie geht jetzt Fr. Rauch-Kallat vor? Mit diesem Hintergrund (in dem Fall Ehemann, sie wird sicher nichts von seinen Machenschafen gewusst haben - es gilt Unschuldsvermutung !!) wäre eigentlich ein Rückzug aus ALLEN politischen Ämtern naheliegend!!!
solarius, 06. 02. '10 08:12
Lobbyist
Früher einmal hat man einfach Waffenschieber gesagt, heute ist man etwas vornehmer und bezeichnet Leute seiner Sorte als Lobbyist, obwohl sie das gleiche tun, nur die Summen sind heute um vieles höher, die die Lbbyisten einstreifen. Wieviel wird der ehrenwerte Hr. Graf wohl in London wieder aufgewendet haben, um sich als "Saubermann" entfernen zu dürfen. Blauäugig, wer anderes glaubt oder annimmt, es war ein Justizirrtum. Der Mensdorff-Pfouilly und seine Alte lachen sich krumm ob solcher Naivität der Londoner und erst unserer Gerichte. Jetzt kann der Edel-Abkömmling wieder seine illustre Jagdgesellschaft auf sein Schoß im Burgenland oder in Schottland einladen und die Gerichte weiterhin verarschen.
sidestep, 06. 02. '10 11:29
Re: Lobbyist
Zu prüfen wäre nur, ob der Herr Lobbyist auch so erfolgreich gewesen wäre, wenn er nicht eine Ministerin geheiratet hätte. Denn hat ihm seine "Alte" - wie Sie sich auszudrücken pflegen - geholfen, dann gehören der auch Fußfesseln angelegt und der ganzen ÖVP gleich mit!
stabilis, 05. 02. '10 20:35
Bravo!
Ein Sieg der Vernunft! Man darf den Menschen die Wahrheit nicht sagen, es muss unter den Tisch gekehrt werden wer wo wieviel Geld bekommt...ähhh....Steuergeld meine ich.

MP ist sicher ein ganz unschuldiger Lobbyist, ich werde heute ein Kerzerl für ihn anzünden und mich freuen, das der arme Mensch wieder frei ist.

Interessant ist auch, das dieser arme unschuldige Mensch seinen Sohn nach Schottland in die Schule schicken mußte während dieser Waffendealphase. So schlimm, sogar die Kinder muss man aus der Schußlinie bringen, wirklich bedauernswert diese Lobbyisten.

Also: Freiheit für MP und alle anderen Lobbyisten, Elsner sollte man auch dringend wieder zum Golfen zurückbringen, der arme Mann hat doch fast garnichts gemacht!


Mitbürger: bitte seit mehr Schafe, man erwartet es von Euch!