Lawinengefahr spitzt sich zu: Zwei Winter- sportler bei Abgang in Vorarlberg getötet
- Deutsche konnten nur mehr tot geborgen werden
- Situation ist heikel: Österreichweit steigt die Gefahr
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Zwei deutsche Wintersportler sind bei einem Lawinenabgang im Skigebiet Diedamskopf in Schoppernau (Bregenzerwald) ums Leben gekommen. Die beiden Männer waren im freien Skiraum unterwegs und dürften das Schneebrett selbst ausgelöst haben. Nach ersten Erkenntnissen waren sie nicht mit einem Lawinenpieps ausgerüstet. Rund zwei Stunden nach dem Lawinenabgang konnten die zwei Deutschen nur noch tot geborgen werden.
Die beiden Wintersportler traten die Lawine im Bereich Breitalpe los. Der Abgang der Schneemassen wurde von zwei Begleitern der Verunglückten beobachtet, die sofort Alarm schlugen. Es wurde eine groß angelegte Suchaktion gestartet, an der insgesamt 160 Personen, vier Lawinenhunde und drei Hubschrauber beteiligt waren. Gefunden wurden die beiden Deutschen schließlich mit einer Sonde.
Nach der Bergung der beiden Toten wurde auch der zweite Lawinenkegel - die Schneemassen hatten sich geteilt - durchsucht. Dabei habe es sich aber lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, sagte Strolz.
Lawinengefahr spitzt sich zu
Die Lawinensituation in Österreichs Bergen wird unterdessen zunehmend heikel: Die Gefahr von Selbstauslösungen ist in Teilen von Oberösterreich, Salzburg, Tirol und der Steiermark beträchtlich. Von Abstechern ins nicht gesicherte Gelände raten Experten ab.
Große Lawinengefahr bestand in Salzburg im Bereich der Nordalpen, wo kräftiger Schneefall und Sturm für sehr ungünstige Tourenbedingungen sorgten. Die Lawinengefahr stieg auf Stufe 4 (groß), in den anderen Salzburger Gebirgsgruppen herrschte verbreitet erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). Nur im südlichen Lungau war das Risiko etwas geringer.
In Tirol wurde für die Gebiete Arlberg und Außerfern bis zu den westlichen Nordalpen vor "erheblicher Lawinengefahr" gewarnt. In den übrigen Regionen des Landes sei die Gefahr zumindest oberhalb der Waldgrenze als erheblich einzustufen. Wer außerhalb des gesicherten Geländes unterwegs ist, sollte über gutes lawinenkundliches Wissen verfügen und zudem steilen, eingewehten Hängen konsequent ausweichen. Mit dem Temperaturanstieg und der für Donnerstag prognostizierten Wetterbesserung könnten kurzfristig vermehrt spontane Lawinen abgehen.
Die Lawinenexperten des Landes Oberösterreich stuften die bisher schon "erhebliche" Lawinengefahr wegen intensiven Schneefalls und stürmischen Windes auf "groß" ein. Eine Auslösung von Schneebrettlawinen sei bereits bei geringer Zusatzbelastung wahrscheinlich. Auch die Gefahr für Selbstauslösungen von kleineren bis mittleren Lawinen, in den tiefen Lagen von Nassschneelawinen durch Regen, steige an. Vorerst werde sich das Risiko auch nicht wesentlich verändern: Durch Erwärmung bleibe die Gefahr von Selbstauslösungen hoch, gleichzeitig beginne sich die Schneedecke rasch zu setzen.
Auch für Teile der Obersteiermark hat der Lawinenwarndienst die Gefahrenstufe auf 4 (groß) erhöht. In den Nordalpen waren Neuschnee und Sturmböen Auslöser. In den Niederen Tauern bestand mit Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala erhebliche Gefahr. Speziell im Toten Gebirge an den Grenze zu Oberösterreich steige die Wahrscheinlichkeit von spontanen kleinen bis mittleren Lawinen an.
Das Lawinenopfer Stefan Widauer - er hatte einen Abgang nahezu unverletzt überlebt - hat sich via seine Homepage entschuldigt. Er fühle sich keinesfalls als Held, postete er, er bereue sein leichtsinniges Handeln. "Diesen Lawinenabgang überlebt zu haben, war keine Leistung, sondern pures Glück", so Widauer. Der Amateursportler war trotz Warnstufe 3 in der Wildschönau (Bezirk Kufstein) über den Schatzberg ohne Lawinenausrüstung mit Tourenskiern unterwegs gewesen.
(apa/red)
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