Montag, 1. Februar 2010

Fatales Missverständnis: Pensionist
wurde irrtürmlich für Bankräuber gehalten

  • Wiener fragte in Geldinstitut nur nach dem Weg
  • Mitarbeiter verstand "Pistole": Fahndung eingeleitet

Ein skurriles Missverständnis hat einen 79-jährigen Wiener zu Unrecht als Bankräuber gebrandmarkt. Der Senior spazierte in ein Geldinstitut in der Wiener Innenstadt und wollte offenbar nur nach dem Weg fragen, bestätigte ein Polizeisprecher.

Der angesprochene Mitarbeiter verstand - irrtümlich - das Wort Pistole und fühlte sich bedroht, wie die Gratiszeitung "heute" berichtete. Da der Angestellte bis auf die Frage, was er denn nun tun solle, keinerlei Reaktion zeigte, zog der ältere Herr schimpfend ab. Der Bankmitarbeiter zögerte zunächst, meldete der Polizei den Vorfall aber nach einer Stunde als Raubversuch.

Großfahndung nach Pensionisten
Seither kennt den 79-Jährigen halb Wien: Um den Mann ausfindig zu machen, veröffentlichte die Exekutive ein Foto des Mannes samt detaillierte Personenbeschreibung. "Dass sich nachher herausstellt, dass nichts war, das kann immer passieren", rechtfertigte Manfred Reinthaler, Leiter der Wiener Polizeipressestelle, die Herausgabe der Aufnahmen, die den Senioren eindeutig identifizierbar machen.

"Der Kassier fühlte sich bedroht und wir mussten den Unbekannten suchen." Es sei Aufgabe der Polizei, das tatsächliche Geschehen zu ermitteln, und dies sei in diesem Fall nur durch die Aussage des Verdächtigen möglich gewesen.

Staatsanwaltschaft ermittelt
Der bisher ermittelte Sachverhalt wird jetzt der Staatsanwaltschaft übermittelt. Sieht diese den vermeintlichen Raubversuch ebenfalls als Missverständnis, könnte man theoretisch für eine Rehabilitierung sorgen und das Foto mit dem Hinweis auf die Entlastung des Mannes noch einmal veröffentlichen, meinte Reinthaler.

Der 79-Jährige selbst kann laut dem Wiener Rechtsanwalt Gerald Ganzger nur wenig gegen seinen ungerechtfertigten kriminellen Ruf unternehmen. "Die einzige Möglichkeit ist eine Amtshaftungsklage", erklärte der Jurist. Es wäre in diesem Fall aber ein "steiniger Weg" nachzuweisen, dass die Behörden den Identitätsschutz verletzt haben könnten.

(apa/red)

1.2.2010 15:00
Gscheitel, 02. 02. '10 16:47
Fühlte sich bedroht !
Der Mitarbeiter gehört zur Familie der Weicheier.
Vasant, 01. 02. '10 22:46
Also mich würds nicht wundern, wenn ...
Pensionisten bei den Bezügen im Alter von 79ig Jahren
auch Banken ausrauben würden, aber ich frag mich, was
sich der Kassier so reinhaut, wenn er einen 79ig Jährigen
für einen "gefährlichen" Bankräuber hält?

Man sollte mal einen Drogentest bei dem Kassier machen
anstatt Pensionisten zu jagen! Unsere Polizei muss da viel
Zeit haben sprich sind schon alle Einbrecherbanden bereits
inhaftiert? Gibts keine Arbeit mehr?

Da wirst als 79ig Jähriger in deinem Ruf verletzt, weil ein
Kassier offensichtlich minderbemittelt und taub ist und da
gibts nicht mal eine Entschädigung von der Bank wegen
Rufschädigung? Na da hat der arme Mann ja noch Glück,
dass man ihm keinen Mord anhängen wollte;)

Sachen gibts ... die gibts gar ned;)