Ein Gaspedal verursacht "Vollbremsung":
Defekt bringt Autokonzerne ins Schwitzen
- Toyota, Peugeot und Citroen starten Rückrufaktion
- Rund 35.500 Fahrzeughalter in Österreich betroffen

·Pedal-Probleme
schon lange bekannt
Toyota kämpft seit 2007 mit technischen Mängeln
·Ein Gaspedal führt
zur "Vollbremsung"
Über 35.000 Autofahrer
in Österreich betroffen
Woran erkennt man Toyota,- Citroen- und Peugeot-Fahrer? Jedenfalls nicht am Bleifuß - das Gas geben nimmt ihnen unter Umständen nämlich das Auto ab: Ein klemmendes Gaspedal macht die Rückholung von fast zwei Millionen Fahrzeugen in Europa erforderlich. Nachdem Toyota vergangene Woche die größte Rückrufaktion seiner Geschichte angekündigt hat, gesteht nun der französische PSA-Konzern: Das defekte Pedal ist auch in Peugeots und Citroens zu finden. Nun müssen sich auch in Österreich über 35.000 Fahrzeugbesitzer auf Post von ihrem Händler gefasst machen. Und die betroffenen Autokonzerne auf ein böses Erwachen: Toyota und PSA drohen Milliardenverluste.
"Der Umfang der Rückrufe ist riesig. Die Situation ist ernst", bekundete der japanische Handelsminister Masayuki Naoshima, nachdem der japanische Konzern verkündete, fünf Millionen Autos - davon 1,8 Millionen allein in Europa - zurück ins Werk zu holen. Auslöser für das milliardenteure Debakel ist ein von Toyota und PSA in einem tschechischen Werk Kolin gemeinschaftlich verbaute Gaspedal, das bei Fahrzeugen mehrfach geklemmt hatte. In den USA zählte die Verbraucherorganisation Safety Research and Strategies 2.274 Fälle von unbeabsichtigter Beschleunigung bei Toyota-Autos gezählt haben. Bei 275 Unfällen soll es sogar 18 Tote gegeben haben.
Damit sich Ähnliches nicht mit Peugeots und Citroens Fahrzeugen ereignet, zieht der französische Konzern die Notbremse: In Europa werden rund 97.000 Autos zurückgerufen. Betroffen sind die Peugeot-Modellreihen 107 und 133 sowie das Citroen-Modell C1. In Österreich betrifft das rund 500 Fahrzeuge - und damit weit weniger als die knapp 35.000 Toyotas, die hierzulande zurückgerufen werden müssen. Kunden werden nun brieflich aufgefordert, den nächsten Händler aufzusuchen. Dort wird überprüft, ob Maßnahmen nötig seien. Wenn dies der Fall sein sollte, erfolgt der Austausch.
Enormer wirtschaftlicher Schaden
Gravierender als die Unannehmlichkeiten, die der Produktionsfehler für Kunden bedeutet, ist der wirtschaftliche Schaden, den Toyota und PSA tragen müssen. Papiere von Toyota gaben an der Börse Tokio nach ihrem Kurseinbruch in der Vorwoche um weitere 1,2 Prozent nach. Wegen Sorgen der Anleger über den Imageschaden sowie dem befürchteten Absatzeinbruch rechnet Toyota sogar damit, dass die einst für sichere Fahrzeuge stehende Marke nun 20 Mrd. Dollar (14,3 Mrd. Euro) ihres Marktwertes einbüßen wird.
(apa/red)
