Freitag, 29. Jänner 2010

Sport bei minus 10°C ist nicht mehr gesund:
Zu kalte Temperaturen belasten den Körper

  • Experten-Rat: Steigen Sie auf Indoor-Alternativen um
  • Verletzungsgefahr ist im Winter höher als im Sommer

Im Winter sollten Läufer ihr Pensum reduzieren. Gerade in der kalten Jahreszeit sind Sportler sehr anfällig für Erkältungskrankheiten, zu intensive Laufeinheiten können das Immunsystem schwächen, so Mediziner Christian Gäbler von der Sportordination in Wien.

"Laufen um die null Grad ist nicht wirklich schlimm, aber ab minus zehn Grad sage ich meinen Patienten, dass sie nicht mehr draußen laufen, sondern zu Indoor-Alternativen wie Ergometer oder Crosstrainer zurückgreifen sollen", so der Experte. "Das ist nicht mehr gesund." Bei extremer Kälte geht die Körpertemperatur ein wenig hinunter. "Zwar nicht viel, aber das bedeutet für den Körper eine ziemliche Stressbelastung."

Bei Kälte durch die Nase atmen
Wer bei leichten Minusgraden im Freien sporteln möchte, sollte möglichst durch die Nase atmen. Die Atemluft wird dann besser erwärmt, bevor sie in die Lunge kommt. Die menschliche Lunge hält einiges aus, doch wenn es bereits eine gewisse Keimbelastung gibt, dann ist man infektanfälliger. Bronchien-, Neben- und Stirnhöhlen kann Gefahr durch kalte Zugluft erhöhen. Um eine Stirnhöhleninfektion zu vermeiden, sollte man unbedingt ein Stirnband tragen, bei Temperaturen unter null Grad ist eine atmungsaktive Haube besser.

Nach dem Zwiebelprinzip gekleidet
Den Rest der Kleidung sollte man auf dem Zwiebelprinzip aufbauen, so Gäbler. Durch mehrere Lagen atmungsaktiver Kleidung nutzt man die dazwischen liegende Luft als Wärmespeicher und Isolator. Durch die Verwendung von atmungsaktiver Funktionsbekleidung wird Schweiß nach außen transportiert, sodass die Gefahr von Verkühlung eher gering ist.

Bei Wind & Eis aufs Laufen verzichten
Situationen, in denen man das Laufen draußen besser lässt, sind starker Wind und Eis. Im Winter kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen durch Stürze, meint Gäbler. Das Verletzungsrisiko ist im Winter höher als im Sommer. In der kalten Jahreszeit kommt es relativ schnell zu Muskelfaser- und Sehnenrissen. "Sie entstehen dadurch, dass man ohne Aufwärmen im Kalten losläuft. Die Muskulatur ist nicht vorbereitet, verhärtet und kann einreißen, oder es kommt überhaupt zu Sehnenrissen, wie dem unangenehmen Riss der Achillessehne, der für viele das Ende des aktiven Laufens bedeutet", sagte Gäbler. (apa/red)

29.1.2010 13:53