Mittwoch, 27. Jänner 2010

DAS ENDE DER BÜROKRATEN

  • Tino Teller über unser Team für Vancouver 2010

Was wurde früher vor Olympischen Spielen nicht alles herumtaktiert und nicht selten auch gestritten, wenn es um die Nominierung der Mannschaft ging? Da wurde auf irgendwelchen formalen Zulassungskriterien („Olympialimit“) herumgeritten, da wurden willkürlich „Gnadenakte“ gesetzt und in anderen Grenzfällen im gleichen Atemzug wieder verworfen. Unter Karl Stoss scheint tatsächlich ein neuer Stil im Umgang mit den Athleten ins Österreichische Olympische Comité Einzug zu halten. Aufnahme in das 81-köpfige Aufgebot für Vancouver haben zum Beispiel auch Eiskunst- und Eisschnellläufer gefunden, die die Olympianorm (noch) nicht erreicht haben. Aber das ÖOC nimmt sie mit, damit die betreffenden Athleten Erfahrungen sammeln – und später vielleicht einmal bei einem Großereignis reüssieren können. Sportliche Überlegungen stehen wieder im Mittelpunkt, nicht die „Machtspiele“ altvorderer Sportbürokraten. Bleibt zu hoffen, dass Athletenvertreter auch zwischen den Spielen bald ernsthaft in die Entscheidungsprozesse des ÖOC-Vorstands mit einbezogen werden – etwa in Form einer echten Athletenkommission, wie das in anderen Ländern durchaus üblich ist. Das Olympiateam 2010 stimmt jedenfalls zuversichtlich.

27.1.2010 15:21