Donnerstag, 28. Jänner 2010

Grünes Licht für zweite Amtszeit: Fed-
Chef Bernanke bleibt trotz Zitterpartie

  • Wiederbestellung war wegen Kritik unsicher
  • Zweifel in den USA an Krisenmanagement

Der US-Senat hat nach tagelanger Zitterpartie Grünes Licht für eine zweite Amtszeit von Notenbank-Chef Ben Bernanke gegeben. Die notwendige einfache Mehrheit der 100 Senatoren stimmte am Donnerstag für eine erneute Berufung des früheren Wirtschaftsprofessors an die Spitze der Federal Reserve (FED). 70 Senatoren stimmten für Bernanke, 30 gegen ihn.

Die erste Amtszeit des 56-jährigen endet am Sonntag (31. Jänner). Wegen der Kritik vieler Senatoren an der Geldpolitik der Fed und ihrem Krisenmanagement waren zuletzt Zweifel an der erneuten Ernennung Bernankes aufgekommen. US-Präsident Barack Obama hatte den Geldpolitikexperten, der seit 2002 bei der Fed ist, bereits vor Monaten für weitere vier Jahre als deren Chef nominiert.

Bei verschiedenen Anhörungen im Kongress war Bernanke wegen seiner Rolle im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise teils heftig angefeindet worden. Kritiker werfen der Fed vor, ihre Aufgaben der Bankenaufsicht vernachlässigt zu haben. Andererseits habe sie Finanzinstitutionen wie den Versicherungsriesen AIG, die durch eigenes Verschulden in schwere Turbulenzen geraten waren, mit gigantischen Summen gerettet.

Im Dezember hatte sich jedoch der Bankenausschuss des Senats mit 16 zu 7 Stimmen für eine weitere Amtszeit Bernankes ausgesprochen, nachdem er von Präsident Obama für vier weitere Jahre nominiert worden war. Der mächtigste Notenbanker der Welt steht vor immensen Aufgaben: Nach dem Öffnen aller geldpolitischen Schleusen muss er die Zügel straffen, ohne die Wirtschaftserholung nach der Krise abzuwürgen.

(apa/red)

28.1.2010 22:30