Dienstag, 26. Jänner 2010

In Krisenzeiten wird in Österreich mehr gepfuscht: Schwarzarbeit wieder gestiegen

  • Heimische Schattenwirtschaft im unteren OECD-Drittel
  • Am meisten gepfuscht wird bei uns im Baugewerbe

Die anhaltende Rezession führt in Österreich wieder zu einem Anstieg der Schwarzarbeit. Während die Schattenwirtschaft 2007 und 2008 leicht zurückgegangen war, stieg die dunkle Seite der Wirtschaft 2009 auf 20,5 Mrd. Euro oder 8,5 Prozent des offiziellen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Für heuer rechnet Professor Friedrich Schneider von der Johannes Kepler Universität Linz mit einer weiteren Zunahme um 4 Prozent auf 21,32 Mrd. Euro oder 8,67 Prozent des BIP. Im Vergleich mit 20 anderen OECD-Ländern liegt Österreichs Schattenwirtschaft im unteren Drittel.

Mehr Pfusch in Krisenzeiten
In den meisten OECD-Ländern war die Schwarzarbeit seit Ende der 1990er Jahre bis zum Jahr 2008 rückläufig. Lediglich in Österreich, Deutschland und der Schweiz begann die Schattenwirtschaft erst 2003 bzw. 2004 zu schrumpfen, so Schneider in einer veröffentlichten Studie. 2009 nahm diese Entwicklung ein jähes Ende - krisenbedingt wurde in 21 untersuchten OECD-Ländern wieder mehr gepfuscht. Im Schnitt betrug die Schattenwirtschaft 13,8 Prozent (2008: 13,3 Prozent) des BIP. 2010 soll sie auf 14,0 Prozent klettern, womit sie den Wert des Jahres 2007 (13,9 Prozent) übersteigen würde.

Mit Abstand am meisten gepfuscht wird in Südeuropa. Für Griechenland prognostiziert Schneider einen Wert von 25,2 Prozent des BIP, für Italien 22,2 Prozent, für Spanien 19,8 Prozent und für Portugal 19,7 Prozent. Am wenigsten wird 2010 in den USA (7,8 Prozent) und in der Schweiz (8,3 Prozent) schwarzgearbeitet werden. Auf Platz 19 (von 21 OECD-Staaten) liegt Österreich mit 8,7 Prozent.

Schwarzarbeit vor allem im Baugewerbe
Fast jeder vierte Euro, der hierzulande 2010 schwarz erwirtschaftet wird, kommt aus dem Baugewerbe und dem Handwerk inklusive Reparaturen (39 Prozent). Je 16 Prozent des Schattenwirtschaftsvolumens sollen auf die Bereiche "andere Gewerbe und Industriebetriebe" (etwa Kfz) sowie auf Dienstleistungsbetriebe (Hotels, Gaststätten) entfallen. Auf die sonstigen Gewerbebetrieben und haushaltsnahen Dienstleistungen (Nachhilfe, Babysitten, Friseur) werden 17 Prozent und auf die Unterhaltungs- und Vergnügungsbranche 12 Prozent kommen, so die Studie.

(apa/red)

26.1.2010 13:24
founder, 04. 02. '10 06:49
Aschaffung der Schwarzarbeit
Der Begriff "Schwarzarbeit" kommt aus unseren verfehlten Steuersystem, welches Menschen statt den Verbrauch von Ressorucen besteuert.

Ist nicht mehr menschliche Arbeit Grundlage der Besteuerung, gibt es automatisch keine Schwarzarbeit mehr.

Es geht da um die Korrektur eines grundlegenden Fehlers bei der Einführung der Sozialversicherung 1883, der mehr Unheil über die Menschheit brachte als beide Weltkriege zusammen.
http://politik.pege.org/2009-fehler/
Vasant, 01. 02. '10 23:16
Also mal ehrlich ...
bei der heutigen Preispolitik und den Angeboten frag ich
mich eher, wer hier zu dumm ist einen guten Preis und
auch eine gute Leistung zu finden?

Den Menschen ist immer alles zu teuer und ich hab auch
selten wen gehört (egal zu welcher Zeit) der gesagt hat,
dass er/ sie genug verdient! Auch wenn jemand ca.
3.000 Euro im Monat verdient, dann wirst trotzdem
hören ... ich hab kein Geld usw.

Einteilung und effektive Nutzung können da Wunder
wirken. Ich fahr keinen Porsche und ich leb auch in
keinem Haus bzw. verdiene keine Millionen, aber ich
komme zu recht und führe ein normales Leben bzw.
kann mir meine Wünsche erfüllen.

Jetzt meine Frage ... wieso können das ca. 90% der
restlichen Menschen nicht? Gerade heute ist sehr viel
möglich, aber man muss auch selbst etwas tun bzw.
filtern!
smontfort, 26. 01. '10 18:43
Wer....
..kann sich heute noch bei diesen Preisen einen Handwerker leisten?Ich nicht,ergo muss gepfuscht werden.
Der Staat soll mit seinen überhöhten Steuerbelastungen runter gehen,dann wird´s leistbarer einen Handwerker zu holen.
sidestep, 26. 01. '10 14:30
Nur ein Beispiel
Die Jammerei von der Pfuscherei kann ich schon nicht mehr hören. Nur ein Beispiel von mehreren, die ich selbst erlebt habe! Ich hatte ein Carport mittels Verbundsteinen neu zu verlegen. Ungefähr 40 m², Wert der Arbeit mit Material ungefähr 1.000.-Euro (kann auch etwas drüber sein). Anfrage zuerst bei 2 Firmen in meiner Heimatstadt. Von beiden nicht einmal eine Antwort. Nächster Schritt Ausschreibung im Internet unter einer bekannten Adresse. Kein einziges Angebot. Dann Ausforschung einer Firma in der Nachbarstadt. Persönliche Hinfahrt. Antwort dort nach Unterbreitung der Arbeit. Das ganz sei zu klein. Man wolle das nicht machen. Dann schreiben diese A....löcher, dass immer mehr gepfuscht wird. Dass ich nicht lache. Was glaubt ihr wer meine Arbeit ausgeführt hat? Erraten!