Samstag, 30. Jänner 2010

Nach dem Anschlag folgt die dicke Strafe: Togo mit Turniersperre & Geldstrafe belegt

  • Wegen "Einmischung der togolesischen Regierung"
  • Familien kündigen rechtliche Schritte gegen CAF an

Die Fußball-Nationalmannschaft von Togo darf nicht an den nächsten beiden Afrika-Cup-Turnieren teilnehmen. Das beschloss der afrikanische Fußball-Verband (CAF). Mit der Entscheidung reagierte der CAF auf die "Einmischung der togolesischen Regierung", die nach dem Terror-Anschlag auf den Mannschaftsbus ihres Nationalteams zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel des laufenden Afrika-Cups den Rückzug aus dem Turnier in Angola angeordnet hatte.

Bei dem Überfall auf der Anreise nach Angola kamen der Assistenztrainer und ein Sprecher des Nationalteams ums Leben, insgesamt neun Menschen wurden verletzt, darunter zwei Spieler. Togos Premierminister Gilbert Houngbo hatte daraufhin die sofortige Heimreise der Delegation veranlasst.

Togo wurde zudem eine Geldstrafe in der Höhe von 50.000 Dollar (35.801 Euro) auferlegt.

Togos Premierminister wollte vorerst noch kein Kommentar zum Bann des Nationalteams durch den CAF geben. Man wolle zuerst eine vollständige schriftliche Stellungnahme vonseiten des afrikanischen Verbandes abwarten.

Die Familien der beim Angriff getöteten Mitglieder des Team-Stabes streben indes rechtliche Schritte gegen den CAF und den Staat Angola an. Diese hätten laut einem Anwalt das Leben der Togolesen unnötig in Gefahr gebracht, indem das Turnier "in einem Kriegsgebiet" organisiert wurde.

(apa/red)

30.1.2010 16:39