Handballer unterliegen Kroatien: Referees Österreichern in Wien nicht wohl gesonnen
- 23:26-Niederlage in EM-Hauptrunde zweite Pleite
- ÖHB-Herren bis zum Schluss an Sensation dran

·"Die Schiedsrichter haben uns verarscht"
REAKTIONEN nach dem Spiel gegen Kroatien
·Kein grandioser Start in die Hauptrunde
Österreichs Handballer unterliegen Norwegern
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Die Daten und Fakten zur Handball-EM in Österreich
Österreichs Handball-Nationalteam hat bei der Heim-Europameisterschaft auch sein zweiten Hauptrundenspiel verloren. In der Wiener Stadthalle brachte die ÖHB-Sieben Kroatien beim 23:26 (10:11) aber an den Rand seiner ersten Niederlage bei dieser Endrunde. In einer dramatischen Partie ließ man sich auch von einem Sechs-Tore-Rückstand in der ersten Hälfte und wenig heimfreundlichen schwedischen Referees nicht entmutigen und forderte den zweifachen Olympiasieger und Vize-Weltmeister voll.
Die theoretischen Halbfinalchancen waren schon vor der Partie dahingewesen. Im letzten Hauptrundenspiel am Donnerstag trifft die Truppe von Dagur Sigurdsson noch auf den punktelosen Gruppenletzten Russland (18.00 Uhr). In diesem Duell geht es um Platz fünf in Hauptrundengruppe I.
Österreich startete mit seiner Standardaufstellung und einer extrem offensiven Deckung und hatte gleich in den ersten Minuten viel Pech. Robert Weber verpasste im Gegenstoß die Chance auf das 1:1, kurz darauf scheiterte Bernd Friede, auch sein Schuss ging an die Latte. Kroatien, das in der weit aufgefächerten, weil offensiven rot-weiß-roten Defensive immer wieder Löcher fand, ging schnell mit 3:0 (7.) in Führung. Erst Vitas Ziura brach in der siebenten Minute den Bann. Kroatien, das seine Möglichkeiten im Gegensatz zur ÖHB-Sieben fast immer nützte, hielt die Gastgeber aber auf Distanz.
Österreich tat sich in der bestens gefüllten Stadthalle im Angriff schwer, suchte teilweise zu überhastet den Abschluss oder scheiterte an Kroaten-Goalie Mirko Alilovic. Auch sein Gegenüber, Nikola Marinovic kam freilich immer besser in Form und ermöglichte es seinem Team zumindest dranzubleiben. Dennoch führten die Kroaten in der 24. Minute erstmals mit sechs Toren Vorsprung (11:5). Österreich, hinten inzwischen wesentlich defensiver am Werk, arbeitete sich aber auf 9:11 zurück.
Wagesreiter vergab nach einem schönen "Steal" im Gegenstoß sogar eine weitere Riesenchance - der Ball ging aber über das Tor (27.). Weil Marinovic in der 30. Minute einen Siebenmeter hielt, gelang durch Wiczynski sogar der Anschlusstreffer zum 10:11 - ein Stand, mit dem es auch in die Pause ging.
Balic gut bewacht
Kroatiens Superstar Ivano Balic, der in der ersten Hälfte nur in Unterzahlsituationen für rund eine Minute auf dem Parkett gestanden war, kam erst nach Wiederbeginn, wurde aber über weite Strecken gut in Schach gehalten. Marinovic hielt weiter stark und machte klar seine beste Partie bei dieser EM. Prompt gelang Weber in der 40. Minute der erste Ausgleich (13:13), ab dieser Phase lieferte man einander ein offenes Duell.
Helle Aufregung auf der heimischen Bank herrschte in der 52. Minute: Nach einer Zweiminuten-Strafe und einem Siebenmeter wurde der darob aufs Höchste erregte Trainer Sigurdsson ebenfalls mit einer Zweiminuten-Strafe bedacht, womit ein weiterer Österreicher vom Feld musste.
Dennoch gelangen sogar mit zwei Spielern weniger zwei Treffer, Österreich blieb auf 21:22 dran (54.). Beim Stand von 21:23 sah der neuerlich tobende Sigurdsson die Rote Karte, wieder war man in Unterzahl - und die Partie gelaufen. Kroatien spielte die Partie denkbar knapp nach Hause.
(apa/red)
