Dienstag, 26. Jänner 2010

Kein grandioser Start in die Hauptrunde:
Österreichs Team unterliegt den Norwegern

  • ÖHB-Truppe gegen Norwegen bis zum Finish dran
  • Offensive scheitert am norwegischen Goalie Ege

Österreichs Traum vom sensationellen Einzug ins Halbfinale der Handball-Heim-EM scheint ausgeträumt. Am Montag unterlag die ÖHB-Auswahl in der Wiener Stadthalle im ersten Spiel der Hauptrundengruppe I Norwegen mit 27:30 (12:15) und hat damit nur mehr rechnerische Chancen auf ein Weiterkommen. Dabei wäre die Chance auf einen Sieg durchaus vorhanden gewesen. Zu viele Fehler und ein groß aufspielender Norwegen-Goalie Steinar Ege standen dem aber im Weg.

Dass die Partie lange offen blieb, hatten die Österreicher ausgerechnet ihrem im bisherigen Turnierverlauf schwächelnden Einser-Tormann Nikola Marinovic zu verdanken. Marinovic hielt stark, sein Gegenüber Ege (50 Prozent gehaltene Bälle) jedoch noch besser. Dass es nach 22 Minuten 9:9 stand, war daher keine Überraschung. In den letzten Minuten vor der Pause zogen die Norsker auf 15:12 davon.

"Norwegen war cleverer als wir"
Wie beim Sieg gegen Serbien am vergangenen Samstag schloss Österreich zu Beginn der zweiten Spielhälfte aber wieder auf - und brachte das Wiener Publikum (rund 7.000) damit endgültig zum Erwachen. Die Wende blieb diesmal jedoch aus, denn Norwegen war ein richtiger zäher Brocken. In der 53. Minute vergab Michael Knauth bei einem Gegenstoß die Chance, auf 24:26 zu verkürzen, Norwegen spielte den Vorsprung sicher nach Hause.

"Norwegen war cleverer als wir", meinte Teamchef Dagur Sigurdsson. "Es ist schwer, wenn man die leichten Tore nicht macht, wir haben die hundertprozentigen Chancen nicht verwertet. Der Gegner hat verdient gewonnen." Bereits am Dienstag geht es für die Österreicher um 18.00 Uhr gegen Kroatien mit Superstar Ivano Balic weiter. "Die Kroaten sind absolut routiniert, können das Tempo nach Belieben variierenn und jeden Gegner innerhalb von zehn Minuten zerleg", sagte Kapitän Viktor Szilagyi, der am Montag von seinen Gegenspielern gut in Schach gehalten worden war. "Aber wir werden uns nicht verstecken."

Kroatien rettet ein Unentschieden
Kroatien hinterließ am Montag im ersten Spiel des Tages einen zwiespältigen Eindruck, benötigte beim 26:26 (12:15) gegen Norwegen erst einen Kraftakt im Finish, um noch einen Punkt einzufahren und die Tabellenführung (5 Punkte) vor Island (4), Dänemark (4) und Norwegen (4) zu verteidigen. Kroatien enttäuschte in der noch nicht voll besetzten Halle über weite Strecken, vermochte im Angriff nur wenig Druck zu entwickeln und lag nur zweimal in Führung (5:4/12. und 26:25/59.). Erst im Finish wachten Balic und Co. ebenso wie die Fans auf und kamen - auch begünstigt durch einige umstrittene Pfiffe der tschechischen Referees - noch zum Unentschieden.

Dänemark verschaffte sich mit einem 34:28-(18:13)-Erfolg im Abendspiel über Russland eine gute Ausgangsposition für die verbleibenden zwei Hauptrundenspiele. Russland, das in der Hauptrundengruppe weiter bei null Punkten hält und damit keine Chance mehr auf den Halbfinaleinzug hat, hielt die Partie bis zur 40. Minute offen (21:22), musste den Titelverteidiger dann aber ziehen lassen.


(apa/red)

26.1.2010 07:08