Dienstag, 26. Jänner 2010

Fünf ÖSV-Asse für ein Slalom-Halleluja:
Kitz-Revanche im Schladming-Nightrace?

  • Herbst will heute vor 50.000 Kitzbühel-Aus vergessen
  • Nightrace als "Slalom-Massaker" und "Party-Slalom"

Nach dem bitteren Ende in Kitzbühel sollen Österreichs Slalom-Herren heute (ab 17.45 Uhr LIVE auf NEWS.at) im spektakulären Nachtrennen in Schladming zurückschlagen. Mit Reinfried Herbst, Manfred Pranger, Marcel Hirscher, Mario Matt und Schladming-Rekordsieger Benni Raich verfügt der ÖSV im zweiten Slalom-Weltcup-Heimspiel innerhalb von zwei Tagen über gleich fünf potenzielle Siegläufer, seit 2006 sind die Österreicher auf der Planai ungeschlagen. Zwischen 40.000 und 50.000 Fans wollen Herbst und Co zum Sieg peitschen.

Das 14. "Nightrace" wird sich aber nicht nur als Flutlichtspektakel in der stadionartigen WM-Arena (Hirscher: "Ein Party-Slalom") in einer Beziehung gravierend unterscheiden von Kitzbühel, wo wegen der Kombination einige Asse wie Ivica Kostelic oder auch Raich mit "angezogener Handbremse" unterwegs gewesen waren. In Schladming wird von allen voll attackiert.

Raich ist bewusst, dass er es als Allrounder in diesem Feld der alles riskierenden Technik-Spezialisten wie Herbst, Pranger oder dem durch das Herbst-Aus in Kitz nun im Slalomweltcup führenden Franzosen Julien Lizeroux mittlerweile extrem schwer hat. "Damals konnte man auch taktieren oder hin und wieder rutschen und war in den Top fünf, das ist heute unmöglich", kennt auch Weltmeister Pranger den Unterschied zu 2005, als er vor Raich in Schladming gewonnen hatte.

Die rasante Entwicklung im Slalom hat ihren Preis. Mittlerweile klagen nicht nur ältere Fahrer über Rückenprobleme. "Selbst trainiert wird nur noch auf rennmäßig präparierten Hängen", kennt Österreichs Slalomchef Christian Höflehner einen der Gründe. "Das geht enorm auf die Knochen. Und in einem Jänner mit gleich sechs Weltcup-Slaloms wirst die Beschwerden auch nicht mehr los."

Herbst lecht Wunden
Herbst leckte zu Hause seine Kitzbühel-Wunden. Zum zweiten Mal in Folge war er dort als Halbzeit-Führender ausgeschieden. "Unfassbar eigentlich", hatte der Salzburger nur noch den Kopf schütteln können. Zumindest im Vorjahr hatte er sich danach mit dem Triumph in Schladming versöhnt. "Wenn's auch heuer wieder so läuft, soll's mir recht sein. Aber einmal will ich in Kitz gewinnen", meinte Herbst.

Beim nächtlichen "Slalom-Massaker" im Schladminger Hexenkessel auf der Planai zählt Herbst erneut zu den Favorits auf die vergleichsweise geringe Siegesprämie von 27.500 Euro (selbst beim Damen-Nightrace vor kurzem in Flachau gab es 38.500 Euro)."Wenn er ins Ziel bringt, was er kann, ist er unschlagbar", ist auch Hirscher überzeugt. "Der Reini ist der derzeit Schnellste im Feld!"

(apa/red)

26.1.2010 10:44