Donnerstag, 28. Jänner 2010

Neue Hoffnung im Trümmerfeld von Haiti:
16-Jährige nach 15 Tagen lebend geborgen

  • Darlene aus Trümmern des Badezimmers gerettet
  • Nachbarn hörten Stimme und alamierten Behörden

Wie durch ein Wunder haben französische Rettungskräfte 15 Tage nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti eine 16-Jährige lebend aus den Trümmern geborgen. Darlene Etienne wurde aus einem eingestürzten Wohnhaus in der Nähe der Universität St. Gerard in der Hauptstadt Port-au-Prince gerettet. Sie ist nach Angaben von Ärzten stark ausgetrocknet und hat ein gebrochenes Bein.

Möglicherweise habe sie Zugang zu Wasser aus einem Badezimmer des eingestürzten Hauses gehabt. Nach Angaben der Rettungskräfte sagte Etienne, sie habe außerdem etwas Cola bei sich gehabt. Das Rettungsteam versorgte die Jugendliche mit Sauerstoff und brachte sie zunächst in ein Feldkrankenhaus und dann auf ein Lazarettschiff. Nachbarn hatten Etiennes Stimme gehört und die Behörden alarmiert. Sie hatte in einem Hohlraum zwischen einer eingestürzten Wand und einer Tür überlebt.

135 bisher lebend geborgen
Insgesamt bargen die Rettungskräfte bisher mindestens 135 Verschüttete lebend, die meisten von ihnen aber unmittelbar nach dem Erdbeben. Zahlreiche weitere Opfer wurden Angehörigen und Nachbarn gerettet. Seit dem schweren Erdbeben vor gut zwei Wochen sind fast 170.000 Tote geborgen worden. . Bisher hatten die Behörden die Zahl der Toten mit mindestens 150.000 angegeben, befürchtet wurden bis zu 200.000 Tote. Das Beben am 12. Jänner hatte den armen Karibikstaat verwüstet, die Hauptstadt Port-au-Prince liegt in Trümmern.

Die Versorgung mit Lebensmitteln gestaltete sich zuerst schwierig. Für das UN World Food Programme (WFP) hat sich die Katastrophe in Haiti als die komplexeste Herausforderung seiner Geschichte herausgestellt.

Das Welternährungsprogramm wird seine Nothilfe bis zum Ende des Jahres ausdehnen müssen, da rund zwei Millionen Opfer auf Hilfe angewiesen sein werden, und insgesamt etwa 800 Millionen US-Dollar (569 Mio. Euro) benötigen. Regierungen der ganzen Welt haben bisher über 190 Millionen US-Dollar (135,0 Mio. Euro) für die Nothilfe des WFP bereitgestellt.

(apa/red)

28.1.2010 12:29