Volksschauspieler Götz Kauffmann tot:
Beliebter Wiener Darsteller stirbt mit 61
- Bekannt aus "Mundl" und dem "Kaisermühlen Blues"
- Kauffmann litt an mehreren schweren Krankheiten

Der Schauspieler Götz Kauffmann ist im Alter von 61 Jahren in Wien gestorben. Dies teilte sein Bruder gegenüber der APA mit. Kauffmann ist dem TV-Publikum als SP-Bezirksrat Gneisser aus dem "Kaisermühlen Blues" und als Mundls bester Freund Kurti in der Original-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter" bekannt.
Er sei wenige Tage nach seinem 61. Geburtstag (15.1.) an den Folgen mehrerer schwerer Erkrankungen im SMZ Ost gestorben, sagte sein Bruder.
Götz Kauffmann stand nicht nur vor der Fernsehkamera, auch als Theaterschauspieler und Kabarettist war er lange Jahre tätig. Geboren am 15. Jänner 1949 in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus als Sohn des bekannten Orgelbaumeisters Johann Kauffmann, wurde er zuerst zum Orgelbauer und dann, am Max-Reinhardt-Seminar, zum Schauspieler ausgebildet.
Für Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny war Kauffmann laut einer Aussendung ein "Volksschauspieler in bester Manier und hat diese Tradition beherzt fortgeführt".
Mit dem "Echten Wiener" avancierte er in den Siebzigern zum Publikumsliebling. Kauffmann wirkte aber auch in Krimi-Produktionen, der "Alpensaga" von Peter Turrini oder - in den Achtzigern - der Serie "Mozart und Meisel" mit. 1992 erfolgte der Startschuss zum "Kaisermühlen Blues". Und auch in "Dolce Vita & Co" war er zu sehen.
War für nächsten "Mundl"-Film eingeplant
Auch war er als Theaterschauspieler, u.a. im Raimundtheater und Theater in der Josefstadt, tätig. 1980 spielte er gleich 42 Rollen bei der Wiener Festwochen-Produktion "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus, er war im Volkstheater, bei diversen Sommerfestivals, im Gloria Theater und in der Wiener Kammeroper zu sehen. Ebenso stand er als Kabarettist auf der Bühne, sein erstes eigenes Programm hieß "Götz-Zitate" (1983). Dass es im Leben des Schauspielers nicht nur Höhen-, sondern auch Tiefflüge gab, belegt Kauffmann in seinem Buch "Meine Abrechnung. Zwischen Kaisermühlen-Blues und Suff" (Verlag Carl Ueberreuter).
Für den zweiten Teil der "Echte Wiener"-Verfilmung, der unter dem Titel "Die Deppat'n und die Gspritzt'n" im kommenden Frühling gedreht wird, war Kauffmann wieder für eine Rolle vorgesehen, hieß es auf APA-Anfrage von der Pressebetreuung des Filmes. Da "Kurti" im ersten Teil gestorben ist, wäre er nun als Geist zurückgekehrt, der Mundl Sackbauer aus dem Jenseits geholfen hätte.
(apa/red)

